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Montag, 7. September 2020

Was ein Seemann mit meinem Krimi gemeinsam hat ...

Die nachstehende Episode ist Teil meines 2. noch unveröffentlichten Krimis. Für diesen Beitrag habe ich sie gekürzt und stellenweise neu verfasst zur Erinnerung an einen Seemann, dessen Worte unvergessen bleiben.

"Nicht Worte sollen wir lesen, sondern den Menschen, den wir hinter den Worten fühlen."
(Samuel Butler)
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Was ein Seemann mit meinem Krimi gemeinsam hat - Blog Silke Boldt

List betrat die schummrige Bar, quetschte sich zwischen unzähligen Leuten hindurch und setzte sich auf einen Barhocker. Neben ihm hockte ein Fremder.
»Wo kommst du denn her?«, deutete der auf seine nasse Kleidung.
List blickte an sich hinab. »War auf der Mole.«
»Spazieren? Im Dunkeln?« List nickte verlegen. »Warum?«
»Musste nachdenken.«
»Ach.«
...
»Öfter hier an der See?«
»Bisweilen«, gab sich List wortkarg.
»Ich bin Warnemünder«, unterhielt ihn der Fremde mit dem wettergegerbten Gesicht, »könnte nie woanders leben als am Meer. Das Meer ist unvergleichlich. Wusstest du das?«
»Ja.«
»Redest nicht viel oder?«
»Hm.«
»Ich bin früher zur See gefahren auf allen Weltmeeren, ging in zahlreichen Häfen an Land und liebte nichts mehr, als das Einlaufen in den Heimathafen. Wenn mich in der Ferne das Heimweh plagte, träumte ich von Rostock-Warnemünde. Man muss wissen, wohin man gehört.«
»Beneidenswerter Zustand«, murmelte List.
Eine Weile schwiegen sie gemeinsam.
...
»Ich kenne das Gefühl, auf der Stelle zu treten.« Die Augen des bärtigen Mannes musterten ihn wachsam.
»Woher weißt du das, Seemann?«
Der winkte ab. »Hauptsache, du bist von der Richtigkeit deines Handelns überzeugt.«
»Natürlich.«
»Dann treibe es voran!«
List wiegte den Kopf. »Wenn das so einfach wäre.«
Der andere lachte. »Es ist einfach.«  Wortlos hob er die Hand zum Gruß und verschwand in der Menge.

"Lass deine Taten sein wie deine Worte. Und deine Worte wie dein Herz."
(Ludwig Uhland)
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Mehr braucht es nicht. 💗Du, Seemann,💗 hast mir die Worte gelehrt. Deine Geschichten vom Meer, von der Fremde und der Liebe bleiben für immer in meinem Herzen. RIP.





Montag, 18. März 2019

DU bist Poesie - meine Vorstellung vom Glück

Du bist mein Stern, 
mein Schlüssel zum Glück
und bist Du auch fern, 
es bleibt immer ein Stück.

Du bist mein Tag in finsterer Nacht,
Du hast die Sonne in mein Leben gebracht.

Gedicht, Poesie - Silke Boldt, Blog schreiben

Ich gebe Dir gern von der Wärme zurück,
von Liebe und Träumen jeweils ein Stück.

Sieh immer nach vorn, 
das Heute beginnt.
Die Zeit scheint verloren
sei glücklich, ehe sie verrinnt.
                       
(© Silke Boldt)







Montag, 8. Oktober 2018

Ein einfacher Weg nach Florida

Urlaub, Ferien, Holiday - ich kann mich glücklich schätzen. Diese Woche ist es wieder soweit.
Wo geht es hin? Was machst du?

Nein, ich fliege weder ins Ausland, noch plane ich eine weite Reise.
Dieses Mal bleibe ich an der wunderschönen Ostsee. Ich wohne schließlich dort, wo andere Urlaub machen, was ja ganz praktisch ist. Nur manchmal überfällt mich ein bisschen Fernweh. In diesen Augenblicken könnte ich schon wieder die Koffer packen. Aber ständig verreisen, geht ja auch nicht.
Dann helfen ganz einfach Aufzeichnungen, die Sehnsucht bis zur nächsten Reise zu überbrücken.
Es ist schon einige Jahre her, dass ich für ein Internet-Portal die nachfolgende Reisebeschreibung über Florida geschrieben habe, die bis heute keineswegs an Aktualität verloren hat.

Florida ist immer eine Reise wert

Spätestens, wenn in Europa die kühle Jahreszeit Einzug hält, neigen viele Menschen dazu, die Sonne Floridas zu genießen, um gelassen unendliche Räume neu zu entdecken oder in der Kunst des Lebens zu verweilen. Florida bietet neben dem ganzjährigen milden Klima zahlreiche bekannte Attraktionen.
Doch für Florida braucht man vor allem eins - Zeit.
Nichts schmälert die kostbaren Momente des Genießens wie zu wenig davon.

Mit dem Auto lassen sich die faszinierende Natur und die kontrastreichen Metropolen des Sonnenstaates gründlich erkunden. Aber mit dem Wohnmobil spürt man vertrauliche Nähe an den eindrucksvollsten und markantesten Plätzen. Eine Vielzahl Motels und Campingplätze liegen dicht verstreut an den beliebtesten Stellen oder romantisch an den entlegeneren. Der Reisende selbst entscheidet nach seiner Fasson und seinem Geldbeutel.

Blog schreiben, Reisebeschreibung, erleben, Urlaub, Sonne, Strand

Neben quirligen Städten wie Daytona oder Miami brillieren die Florida Keys, welche über eine beeindruckende, kilometerlange, im Meer befestigte, Autobahn mit endlos vielen Brücken, erreichbar sind. Jeder Besucher sollte auf Key West am Sunset Point sitzen, eine Frozen Margarita trinken, dem Sonnenuntergang zusehen und anschließend in Sloppy Joe´s Bar auf den Spuren Hemingways wandeln. Zwischen Künstlern, Aussteigern, Rastlosen und Reisenden entbrennen nicht selten die Gemüter über den schönsten Ort Floridas.

Der kann ebenso Sunshine Skyway Bridge heißen. Dieses einzigartige Bauwerk erreicht man nur, indem man nach Verlassen von St. Petersburg die Interstate-Autobahn 275 nimmt. Ein bautechnisches Musterwerk, das den Betrachter gleichsam berührt wie die Everglades.

Das tropische Naturparadies überzeugt mit bewachsenen Grasflächen, undurchschaubaren Sümpfen und verschlungenen Mangrovenbäumen. Aussichtsplattformen, über einfache Holzpfade erreichbar, bilden atemberaubende Anlaufpunkte. Zahlreiche Bootsanbieter, Exkursionsführer und Freizeitskipper buhlen um die Gunst der Besucher. Eine Fahrt mit dem Luftkissenboot kann das absolute Highlight werden, sollte sich der Bootsführer auf einen abenteuerlichen Ritt einlassen. Freischwimmende Krokodile im grün schimmernden Sumpf bilden einen zusätzlichen Anreiz. 

Florida verbindet Abenteuer in der Natur mit Spaß in zahlreichen Freizeit- und Themenparks rund um Orlando sowie Ruhe an den endlosen weißen Stränden entlang der westlichen Küste. Geschichtsträchtige Orte, wie St. Augustine, bilden genauso sehenswerte Mittelpunkte wie Cape Canaveral, als hochtechnologische Basis zahlreicher Space Shuttle Missionen.

Florida ist eine Mischung verschiedenster Kulturen und immer eine Reise wert.

Ich würde lügen, zu behaupten, ich wollte diese Woche nicht dort sein. Doch sehe ich das gelassen. Der Tag wird kommen, die Erinnerungen aufzufrischen 😃
Übrigens über das Gefühl der Gelassenheit und einem Jahreswechsel in Florida habe ich bereits auf meinem Blog geschrieben. Stöbert mal hier: Das Gefühl der Gelassenheit.

Im Leben geht es manchmal anders, als man es wünscht. Ich genieße meinen Urlaub, denn die Ostsee ist ja auch ganz schön.

Dienstag, 12. Januar 2016

Die Mutige - (M)ein Artikel über Ajla Holst

Suchend blickt sich die Kundin um, fragt nach der Filialleiterin.
„Sie hat Urlaub“, antwortet Ajla bestimmt. „Ich bin die Vertretung. Was kann ich für Sie tun?“ Abschätzend blickt die Frau sie an. Ajla Holst kennt solche Reaktionen. Ein leichter Schatten huscht über ihr Gesicht. Der Körper nimmt eine straffe Haltung ein. In Gedanken errät sie die Frage der Kundin. SIE sind die Stellvertretende Filialleiterin? 
Ajlas dunkle Augen blitzen verschmitzt. Unbeirrt bedient sie freundlich weiter. Viele Kunden betreten täglich das Geschäft.
„Frau Holst“, stürmt ein junger Mann herein, „vielen Dank für Ihre Beratung. Meine Freundin schwärmt von den Dessous.“ Ajla nickt, wie selbstverständlich. Bewegt denkt sie einen Augenblick an die Zeit vor ihrer Wandlung.

Sechzehn Jahre kümmerte sie sich um ihren deutschen Mann, dessen Wünsche, den gemeinsamen Haushalt und die Alltagsprobleme. Sie ertrug seine Launen, Demütigungen und Affären. Er belog sie, trug oft genug den Monatslohn in eine der Spielhallen Berlins. Als er sie schlug und das gemeinsame Kind bedrohte, lief sie mit ihrem kleinen Sohn davon, zu einer Freundin. Jene riet ihr zur Veränderung. Aber eine abgebrochene Lehre, eine gescheiterte Ehe, allein erziehend und kein Einkommen waren unglückliche Voraussetzungen für einen Neubeginn. Zudem belasteten sie das gestörte Verhältnis zu ihren Eltern und die tiefen seelischen Verletzungen. So tappte sie auf steinigem Weg einer unsicheren Zukunft entgegen, begleitet von Angst und Selbstzweifeln. Irgendwann besann sie sich ihrer Fähigkeiten, nutzte ihren starken Willen und die schnelle Auffassungsgabe. Sie sprach perfekt Deutsch, kämpfte mutig gegen Vorurteile. Beherzt fällte sie Entscheidungen für ihre Zukunft.
„Ich bin Türkin“,  so ihr erklärender Satz in jenem Vorstellungsgespräch. „Ja und?“, so die Antwort ihrer heutigen Chefin. Die erkannte ihr Potential, gab ihr eine Chance und spornte sie an, die Ausbildung zu vollenden - abends nach Arbeitsschluss. Es entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis zwischen ihnen. Die Kollegin half ihr bei der Wohnungssuche und stützte sie während der Scheidung. Damals schüttelte Ajla das letzte Relikt ihrer Vergangenheit ab. Seit dem Tag fühlt sie sich endgültig befreit. Als die Vorgesetzte ihr, der fast vierzigjährigen Ajla, die stellvertretende Verantwortung für die Filiale übertrug, verspürte sie tiefen Stolz.

Natürlich könne sie die gewünschte Ware ebenso bestellen. Ajla lächelt. Sicher gleiten ihre Finger über die Tastatur des Computers. Aus den Augenwinkeln bemerkt sie das zufriedene Gesicht der Kundin. Sie könne die Produkte bereits nächste Woche abholen, teilt Ajla der Dame freundlich mit und geleitet sie bis vor die Tür.
Aus dem Schatten einer Vitrine tritt zögernd eine alte Frau hervor - Ajlas Mutter.
Stumm umarmt sie ihre Tochter, die Stellvertretende Filialleiterin, erkennt sie doch in den Augen ihres Kindes erregt jene mutige Neugier, die sie einst trieb, damals vor über dreißig Jahren, als sie ankamen - hier in Berlin.


Donnerstag, 22. August 2013

Sieben Geißlein und ein Wolf - eine märchenhafte Umkehrgeschichte

Viele Gedanken um das Schreiben trage ich natürlich in die Familie und so lieferte mir eine Diskussion über den Sinn der Märchen die Anregung zu einer Umkehrgeschichte. Zunächst beschäftigte ich mich intensiv mit den Fragen nach den Märchen. Was sind Märchen? Woher stammen sie? Wie wurden sie überliefert?
Meine schulische Interpretation liegt Jahre zurück. Während des Studiums wurden andere Dinge umrissen. Ich forschte nach der begrifflichen Definition der Märchen, was einige Zeit in Anspruch nahm, doch es hat mich interessiert. In der nachfolgenden Zusammenfassung stellte ich fest:

"Märchen sind Texte, die von wundersamen Begebenheiten berichten. Sie zählen zu einer bedeutsamen und sehr alten Textgattung und treten in allen Kulturkreisen auf. Im Gegensatz zum mündlich überlieferten und anonymen Volksmärchen steht die Form des Kunstmärchens, dessen Autor bekannt ist.
Märchen sind frei erfunden. Ihre Handlung ist weder zeitlich noch örtlich festgelegt. Charakteristisch für Märchen ist unter anderem das Erscheinen phantastischer Elemente in Form von sprechenden Tieren und Zaubereien mit Hilfe von Hexen, Zauberern sowie Riesen.
In Deutschland wird mit dem Begriff Märchen in erster Linie die Grimmsche Volksmärchensammlung Kinder- und Hausmärchen (1812) assoziiert, jedoch gibt es noch unzählige andere deutsche Volksmärchen, da die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm nur einen Teil der damaligen Märchen aufzeichnen konnten.
Die Märchen waren ursprünglich nicht nur für Kinder gedacht, sondern entstanden vor allem aus volkskundlichem Interesse und erhielten entsprechende märchenkundliche Kommentare. Wilhelm Grimms sprachliche Überarbeitungen schufen daraus einen Buchmärchenstil, der bis heute das Bild von Märchen prägt."

(Literaturquelle: Wikipedia)

Grimms Märchen sind Bestandteil meiner häuslichen Bibliothek





Das Märchen
Der Wolf und die sieben Geißlein kennen die meisten.






... und das ist meine Umkehrgeschichte dazu:





Sieben Geißlein und ein Wolf


Es war einmal ein Wolf, der von den Tieren des Waldes geliebt wurde, weil er hilfsbereit und einfühlsam war.
Eines Tages wollte  er eine Hasenfamilie besuchen. Da sah er am Waldrand sieben junge Geißlein stehen. Sie warfen mit Steinen auf ein Reh, um es von seiner Futterstelle zu vertreiben. Das Reh blutete aus einer klaffenden Wunde und weinte sehr. Der Wolf war überaus traurig, als er das sah. Er lief zu den Geißlein und rief: "Schämt ihr euch nicht? Hört sofort auf, das arme Tier mit Steinen zu bewerfen!"
Anstatt zu gehorchen, lachten sie und bewarfen ihn ebenso. Der Wolf empörte sich: "Wo sind eure Eltern?"
Frech antworteten sie: "Die sind weit fort von hier." Sie kicherten und scherzten über ihn.
"Müsst ihr nicht um diese Zeit in der Schule sitzen?"
"Nein, wir haben heute keine Lust zum Lernen."
Der Wolf zog seine Stirn kraus. Allein würde er die Geißlein nicht zur Vernunft bringen. Plötzlich hatte er eine glänzende Idee. Besorgt wandte er sich an das Reh: "Schnell, stelle dich schützend hinter den Busch. Ich  hole Hilfe und bin sofort zurück."
Dann lief er eiligst geradewegs zur Schule hin. Dort traf er den strengen Lehrer Ziegenbock.
"Komme mit, mein Freund, die sieben Geißlein stehen am Waldesrand und zielen mit Steinen auf unschuldige Tiere. Sie sollten bestraft werden für ihr bösartiges Auftreten."
"Ich komme mit dir", antwortete der Gelehrte.
Zusammen liefen sie zurück zum Waldessaum. Kaum hatten die Geißlein ihren strengen Lehrer ausgemacht, versteckten sie sich hinter einem Baum. Doch er hatte sie bereits gesichtet und sprach:
"Warum seid ihr nicht in der Schule? Und weshalb werft ihr mit Steinen auf das arme Reh? Ich hoffe, ihr habt eine vernünftige Erklärung dafür." Die Geißlein schauten ihn sprachlos an.
"Nun gut", sagte der Lehrer, "ihr wollt mir eure Gründe also nicht verraten. Für eure Ungezogenheit sitzt ihr nach, heute und morgen. Von der Klassenfahrt in der nächsten Woche schließe ich euch aus. Ihr nehmt am Unterricht einer anderen Klasse teil und schreibt einen Aufsatz über euer miserables Verhalten."
Der Wolf teilte zustimmend die festgelegten Maßnahmen.
Da weinten und schluchzten die Geißlein sehr. Doch der strenge Herr Ziegenbock zeigte keine Gnade. Während der Wolf sich um das verletzte Reh kümmerte, beorderte der Lehrer die kleinen Geißlein zum Nachsitzen in die Schule. 
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lernen sie dort noch heute.

Warum habe ich das verfasst?
Es gibt Dinge und Handlungen, die kann man nicht erklären. Ich hatte einfach Lust zum Schreiben einer Umkehrgeschichte.

Probiere es selbst! Das beflügelt märchenhaft die Fantasie und bringt viel Spaß.









Dienstag, 16. April 2013

Der Hahn und die Taube - eine Fabel






Die Fabel lebt vom Gegenspieler-Prinzip. Es gibt zwei Positionen, die sich gegenüber stehen. Fabeln werden durch Tiere verkörpert. Ich habe mich für den Hahn und die Taube entschieden, weil beide charakteristisch sehr polarisieren. Der geradlinige Handlungsverlauf mit den eingelegten Dialogen aus Für- und Widerrede führt schnell zum Höhepunkt. Das Ergebnis soll zum Mitdenken anregen.




Erschöpft ließ sich eine Taube auf dem Zaun eines Bauernhofes nieder.
„Ein herrlicher Platz. Es ist so friedlich hier.“
Kaum waren ihre Worte verhallt, lärmte es auf dem Hof. Der Bauer stolperte hinter einem Huhn her, packte es und ging mit ihm zum Haus. Erschrocken verfolgte die Taube das Geschehen ohne den Hahn zu bemerken.
Der hatte sie bereits eine Weile beobachtet.
Da sie ihn nicht beachtete, half er nach, sich ihr zu präsentieren. Mit aufgeplusterten Schwanzfedern, erhobenem Haupt und gespreizten Füßen stolzierte er auf sie zu. Er posierte im Kreis, schlug aufgeregt mit den Flügeln und reckte sich in die Höhe.
„Na, du schönes Kind“, säuselte er, „willst du an diesem friedlichen Ort mit mir leben?“
Die Taube fühlte sich geschmeichelt. Vor ihr stand ein prächtiger Hahn.
„Auf dem Hof? Zusammen mit dir und den anderen Tieren?“, fragte sie entzückt.
„Ja“, posaunte er, „wir bekommen stets die besten Speisen und den frischesten Trank.“
„Das glaube ich wohl“, wisperte sie mit unschuldiger Stimme. „Aber sage mir, wie steht es um die Freiheit hier?“
„Freiheit? Was ist das?“, wunderte sich der Hahn mit wachsender Ungeduld.
„Könnt ihr den Hof verlassen, wann immer ihr wollt?“
„Was fragst du so merkwürdig, kleine Taube?“ Der Hahn schritt erhaben um sie herum. „Wir wollen nicht fort. Es gibt hier ausreichend Nahrung, Gesellschaft am Tag und trockene Schlafplätze in der Nacht.“
„Aber keine Freiheit“, widersetzte die Taube selbstbewusst.
Der Hahn starrte sie ungezügelt an.
Die Taube gurrte: "Beschützt du mich, sollte der Bauer kommen, mich zu holen?“
„Selbstverständlich“, protzte der Hahn näher tretend. „Ich passe stets auf meine Hühner auf. Auf dich würde ich besonders achtgeben.“
„So, so", schmunzelte die Taube. "Womöglich ergeht es mir am Ende wie dem armen Huhn?"

Dem Hahn schwoll der Kamm. Unter der Federpracht wurde ihm heiß und ungemütlich.
Die Taube genoss sein Unbehagen. Nach kurzer Überlegung rief sie mit fester Stimme:
„Es klingt verlockend, hier zu leben. Doch lohnt es nicht, dafür die Freiheit aufzugeben.“

Sie breitete die Flügel aus und flog mit dem Wind davon.
 (©Silke Boldt)




Montag, 28. Januar 2013

Jetzt bauen - Eine Meldung in einem Gedicht



Der Chef der Firma rät es wohl,

jetzt sollte man ein Haus bauen oder kaufen.

Die Preise fallen voraussichtlich nicht mehr weiter,

doch das,

stimmt einen Armen auch nicht heiter.

Letztendlich muss dieser sich die Haare raufen.

Wovon soll er denn ein Haus bauen oder kaufen?






Montag, 21. Januar 2013

Mein kleines Wassergedicht

Fontänen hoch im Sonnenschein,   
          
worin die weißen Wolken fliehen.

Wasserspiele glänzen allein,

dem möchte ich mich nicht entziehen.

Der Himmel schaut von oben dran,

spritzende Tropfen machen nass.

Sommer in Blau schaut lieblich an,

Kinder lachen und haben Spaß.


Mein kleines Wassergedicht - Blog Silke Boldt

Mittwoch, 9. Januar 2013

Du

Du bist mein Stern, mein Schlüssel zum Glück
und bist du auch fern, es bleibt immer ein Stück.

Du bist mein Tag nach finsterer Nacht,
du hast die Sonne in mein Leben gebracht.


Nun gebe ich dir von der Wärme zurück,
von Träumen und Liebe, meiner Vorstellung vom Glück.

Und sieh' nur nach vorn, ein neues Jahr beginnt.

Die Zeit scheint verloren, sei glücklich - ehe sie verrinnt. (Click-to-Tweet)