Montag, 29. Oktober 2018

Mein Autorensteckbrief - 12 kurze Fragen, 12 einfache Antworten

1. In welchem Genre schreibe ich?

Krimi, Subgenre: zwischen Regional- und Noir Krimi
Liebe, Subgenre: Contemporary Romance
Urban Fantasy

2. Mein aktuelles Projekt?

Krimi Nr. 2

3. Bin ich ein Plotter?

Ja, roter Faden muss sein.

4. Wann schreibe ich am liebsten?

morgens

5. Wie sieht mein Schreibtisch aus?

So →→→→→→→→

6. Schreibe ich mit Musik?

Nein, ich brauche absolute Stille.

7. Wo liegen meine Autoren-Stärken?

Ausdauer und Disziplin

8. Und meine Schwächen?

Ich verliere mich viel zu oft in der Überarbeitungsfalle.

9. Was würde ich gern schreiben?

Das, was ich am liebsten lese: Psychothriller.

10. Wann veröffentliche ich mein nächstes Werk?

nach Fertigstellung meines 2. Krimis

11. Geht das genauer?

voraussichtlich 2019, Bitte nicht festnageln!

12. Was sollten Autoren sich nicht so zu Herzen nehmen?

Kritik, wenn sie nicht konstruktiv ist.

Es war mir eine Freude, den Autorensteckbrief zu beantworten. Du willst mehr über mich wissen?
Dann schau doch mal auf meiner Website vorbei → www.silkeboldt.de.


Montag, 22. Oktober 2018

Meine Bibliothek ... Schritt für Schritt zu einem wahren Traum

Als Vielleserin stehe ich von Zeit zu Zeit vor der entscheidenden Frage: wohin mit all den Büchern?

Meinen Umzug vor ein paar Jahren zurück an die Ostsee setzte ich damals gleich mit einem Neuanfang zur Sortierung meines Bücherregals.
Voller Euphorie begann ich sogleich damit, die vorhandenen Regale zu befüllen. Alles, was kein Buch war, wurde streng aussortiert. Bis zur hauseigenen Bibliothek hatte ich mir die Regenbogenvariante vorgestellt und ... stieß schnell wegen Platzmangels erneut an meine Grenzen.
Dazu kam die quälende Entscheidung, welche Bücher stelle ich überhaupt in die Regale? Welche belasse ich im Karton? Welche kommen wohin? Wohnzimmer, Arbeitszimmer oder Schlafzimmer? In dem sind meine Bücher übrigens bis heute strikt sortiert nach rotem und weißem Cover, farblich angepasst an die Möbel. Diogenes fügte sich da prima ein 😃

In der Realität mussten viele meiner Leseschätze tatsächlich in Umzugskartons verbleiben. Von denen, welche auf den Dachboden verbannt wurden, rede ich gar nicht erst. Da blutet mir das Herz. Die Exemplare dort oben sind allerdings durchgängig ältere Ausgaben, ein winziger Trost. Hier hat letztlich die Vernunft gesiegt.

So platzte mein schöner Traum von der Regenbogensortierung schneller als ausgeführt, weil sich die vorhandenen Regale füllten und füllten.

Silkes Traum

Auszug aus Silkes Wirklichkeit







Kurzzeitig standen die Werke wohlgeordnet nebeneinander, dann stapelten die ersten aufeinander und nun lagern sie zudem hintereinander.





Kein Wunder, dass so manches gute Buch ins Hintertreffen geriet, und ich mittels Leseplan jetzt zumindest dem Vergessen entgegenwirke.

Dennoch rufen meine Bücher alle paar Wochen nach einer Neuordnung, weil hinzugekommene Werke wieder mal jede Reihe sprengen. Dann sortiere ich erneut schweren Herzens gelesene Exemplare in Kartons 😢

Das Einfachste wäre ja, sich von einigen Büchern zu trennen, was zugegebenermaßen für mich nie infrage kommt, oder sich eben ein paar neue Regale anzuschaffen, um letztlich alle Bücher einzusortieren. Aber in unserem Zuhause mit mehreren Personen beraten wir gemeinsam, stimmen ab und kaufen dann. Was an sich eine feine Sache ist, stellt sich als ausführlicher Diskussionspunkt heraus mit vielen verschiedenen Varianten. Bis zur Entscheidung bleibt der Zustand wie er ist, und ich stapele weiter. Letztlich ist es eine Frage der Zeit und der Geduld.
Ich habe beides 😊 und irgendwann wird der Traum meiner geordneten Hausbibliothek wahr 📚

Montag, 8. Oktober 2018

Ein einfacher Weg nach Florida

Urlaub, Ferien, Holiday - ich kann mich glücklich schätzen. Diese Woche ist es wieder soweit.
Wo geht es hin? Was machst du?

Nein, ich fliege weder ins Ausland, noch plane ich eine weite Reise.
Dieses Mal bleibe ich an der wunderschönen Ostsee. Ich wohne schließlich dort, wo andere Urlaub machen, was ja ganz praktisch ist. Nur manchmal überfällt mich ein bisschen Fernweh. In diesen Augenblicken könnte ich schon wieder die Koffer packen. Aber ständig verreisen, geht ja auch nicht.
Dann helfen ganz einfach Aufzeichnungen, die Sehnsucht bis zur nächsten Reise zu überbrücken.
Es ist schon einige Jahre her, dass ich für ein Internet-Portal die nachfolgende Reisebeschreibung über Florida geschrieben habe, die bis heute keineswegs an Aktualität verloren hat.

Florida ist immer eine Reise wert

Spätestens, wenn in Europa die kühle Jahreszeit Einzug hält, neigen viele Menschen dazu, die Sonne Floridas zu genießen, um gelassen unendliche Räume neu zu entdecken oder in der Kunst des Lebens zu verweilen. Florida bietet neben dem ganzjährigen milden Klima zahlreiche bekannte Attraktionen.
Doch für Florida braucht man vor allem eins - Zeit.
Nichts schmälert die kostbaren Momente des Genießens wie zu wenig davon.

Mit dem Auto lassen sich die faszinierende Natur und die kontrastreichen Metropolen des Sonnenstaates gründlich erkunden. Aber mit dem Wohnmobil spürt man vertrauliche Nähe an den eindrucksvollsten und markantesten Plätzen. Eine Vielzahl Motels und Campingplätze liegen dicht verstreut an den beliebtesten Stellen oder romantisch an den entlegeneren. Der Reisende selbst entscheidet nach seiner Fasson und seinem Geldbeutel.


Neben quirligen Städten wie Daytona oder Miami brillieren die Florida Keys, welche über eine beeindruckende, kilometerlange, im Meer befestigte, Autobahn mit endlos vielen Brücken, erreichbar sind. Jeder Besucher sollte auf Key West am Sunset Point sitzen, eine Frozen Margarita trinken, dem Sonnenuntergang zusehen und anschließend in Sloppy Joe´s Bar auf den Spuren Hemingways wandeln. Zwischen Künstlern, Aussteigern, Rastlosen und Reisenden entbrennen nicht selten die Gemüter über den schönsten Ort Floridas.

Der kann ebenso Sunshine Skyway Bridge heißen. Dieses einzigartige Bauwerk erreicht man nur, indem man nach Verlassen von St. Petersburg die Interstate-Autobahn 275 nimmt. Ein bautechnisches Musterwerk, das den Betrachter gleichsam berührt wie die Everglades.

Das tropische Naturparadies überzeugt mit bewachsenen Grasflächen, undurchschaubaren Sümpfen und verschlungenen Mangrovenbäumen. Aussichtsplattformen, über einfache Holzpfade erreichbar, bilden atemberaubende Anlaufpunkte. Zahlreiche Bootsanbieter, Exkursionsführer und Freizeitskipper buhlen um die Gunst der Besucher. Eine Fahrt mit dem Luftkissenboot kann das absolute Highlight werden, sollte sich der Bootsführer auf einen abenteuerlichen Ritt einlassen. Freischwimmende Krokodile im grün schimmernden Sumpf bilden einen zusätzlichen Anreiz. 

Florida verbindet Abenteuer in der Natur mit Spaß in zahlreichen Freizeit- und Themenparks rund um Orlando sowie Ruhe an den endlosen weißen Stränden entlang der westlichen Küste. Geschichtsträchtige Orte, wie St. Augustine, bilden genauso sehenswerte Mittelpunkte wie Cape Canaveral, als hochtechnologische Basis zahlreicher Space Shuttle Missionen.

Florida ist eine Mischung verschiedenster Kulturen und immer eine Reise wert.

Ich würde lügen, zu behaupten, ich wollte diese Woche nicht dort sein. Doch sehe ich das gelassen. Der Tag wird kommen, die Erinnerungen aufzufrischen 😃
Übrigens über das Gefühl der Gelassenheit und einem Jahreswechsel in Florida habe ich bereits auf meinem Blog geschrieben. Stöbert mal hier: Das Gefühl der Gelassenheit.

Im Leben geht es manchmal anders, als man es wünscht. Ich genieße meinen Urlaub, denn die Ostsee ist ja auch ganz schön.

Montag, 1. Oktober 2018

Das Geheimnis um meinen literarischen Lieblingsverbrecher

Die eine oder andere böswillige Buchfigur geht mir nicht mehr aus dem Kopf. 
Meine Buchlieblinge sind eben Bösewichte mit dem Hang zum Psychopathen, die auf grausame oder durchtriebene Weise ihre Opfer einschüchtern und die Ermittler immer um einen Schritt voraus narren, um letzten Endes eines erbärmlichen Todes zu sterben - zu recht. 

Trotz aller Zwiespältigkeit hat es einer dieser Schurken geschafft, dass ich ihn trotz seiner verbrecherischen Handlungsweise auch noch sympathisch finde - James Elroy Chandler.

Wer das ist? Der Hauptheld des Buches Ich gestehe alles von Johannes Mario Simmel.
Ich besitze eine ältere, geerbte Buchausgabe. Dass sich genau dieses Werk zu einem meiner Lieblingsbücher entpuppen sollte, ahnte ich zum Zeitpunkt der Besitzübernahme natürlich nicht.



Ich mache kein Geheimnis darum, aber Simmel ist einer meiner Lieblingsautoren. Ich mag seinen Schreibstil. In diesem Buch schildert er eindrucksvoll die Veränderung eines Menschen, eben des James Elroy Chandlers, in einer ausweglosen Situation. Das gelingt ihm durch besonders spritzige Dialoge, überraschende Wendungen in der Handlung sowie bemerkenswerten Textstellen wie diesen hier:

"In jedem Leben kam der Tag, an dem man stehenbleiben musste, um, gegen die Wand gelehnt, zu kämpfen." 
"Denn den Erwachsenen gehört die Gegenwart und das Gestern. Den Kindern aber, den Erwachsenen von morgen, gehört die Zukunft dieser Welt."

Aber warum mag ich James Elroy Chandler, einen Bösewicht, wie er im Buche steht?

Dafür sei nur so viel verraten:
In einer Zeit, da Chandler von beruflichen Intrigen umsponnen wird und dessen Ehe zerrüttet ist,  einem außerehelichen Verhältnis nachgeht, erfährt, dass er nur noch ein Jahr zu leben hat. Nur noch ein Jahr!
Was dann in dieser kurzen Zeitspanne geschieht, hat Simmel in einer mitreißenden Story ohne überflüssige Schnörkel dargelegt. 
James Elroy Chandler gleitet ab in ein völlig ungehemmtes Leben, was ich durchaus nachvollziehen kann. Er wird zum Betrüger, Lügner und Mörder. Auf der untersten Stufe des freien Falls erkennt er schließlich, welche Hoffnung ihn trägt. Am Ende der Geschichte findet er zu sich selbst zurück und als Leser neige ich dazu, ihm seine Verbrechen zu verzeihen.

Für mich ist genau diese Erkenntnis ein erstaunliches Fazit um die Story eines ungewöhnlichen Verbrechers.