Montag, 12. Oktober 2020

Über die Liebe zu Büchern, die wie Freunde sind

Schreiben und Lesen sind für mich untrennbar miteinander verbunden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass meine heimische Bibliothek wächst und wächst. Ich komme an keinem Bücherstapel vorbei. Ob kaufen, tauschen oder umlagern, immer neue Exemplare bereichern meinen SuB. Meistens genügen mir wenige Komponenten, damit das Buch den Weg in mein Bücherregal nimmt.

"Ich liebe lange romantische Spaziergänge durch die Buchhandlung." (unbekannt)

Um es einmal vorweg zu nehmen, ich bin kein Coverkäufer, lasse mich jedoch gern inspirieren. Aber ein guter Umschlag kann auch täuschen. Ich lasse mich also nicht nur von der äußeren Hülle beeindrucken, auch nicht vom Titel, aber ein Klappentext muss mich neugierig machen.

Schafft er es, sehe ich mir das Buch genauer an. Ich lese den Buchanfang und das Ende und oft auch in der Mitte. Nach dieser Methode fanden bereits 1075 Bücher den Weg in meine Bibliothek. Ich habe inzwischen ein umfassendes Sammelsurium verschiedener Genre. Mein Lieblingsgenre Thriller, je blutiger, um so besser, sei hier nur am Rand erwähnt. Es ist einen Extra-Blog-Beitrag wert.

Über die Liebe zu Büchern, die wie Freunde sind - Blog Silke Boldt





Es gibt jedoch Bücher, welche wie Freunde sind, die man niemals vergisst.



Möchtest du einige meiner Lieblingsbücher kennenlernen?

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein.




Der Hauptheld, James Elroy Chandler, des Buches Ich gestehe alles von Johannes Mario Simmel, hat es geschafft, dass ich ihn trotz seiner kriminellen Handlungsweise auch noch sympathisch finde. 

Buchende: "Und die Liebe ist das Leben. Nun will ich nicht mehr hassen. Nun will ich endlich lieben." (Quelle Buch S. 334)

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Es ist eines der erschütterndsten Bücher, welches ich je gelesen habe, Sie nannten mich ES von Dave Pelzer. Mein Blogartikel Rezension zum Buch ... ist der meistgelesene meines Blogs.

Buchende: "Ich bin frei." (Quelle Buch S. 145)

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Eines meiner Lieblingsbücher habe ich unerwartet entdeckt. Signora Pia und das Lächeln des Meeres von Roberta Gregorio mauserte sich zu einem persönlichen Renner. Das Buch liest sich wie die Leichtigkeit eines Sommers in Italien. Wen wundert es da Warum Pia meine Hauptheldin ist und das Meer lächelt ...

Buchende: "Und das Meer, ja, das lächelte Pia zu." (Quelle Buch S. 302)

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Immer wieder lese ich Bücher, die mich inhaltlich überraschen und nachdenklich stimmen. Ein Buch, das mich in jeder Hinsicht gefesselt hat, ist Die Reise ans Ende der Welt von Henning Mankell. Der Autor verstand es, die gesamte Bandbreite meiner Gefühle anzusprechen, was selten jemandem gelingt. 

Buchende: "Joel hatte die lange Reise hinaus angetreten. Und irgendwo über seinem Kopf schwebte für immer ein Hund auf seinen unsichtbaren Flügeln." (Quelle Buch S. 192)

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Aus seltsamen Gründen gehen manche Bücher bei mir lange Wege. Dazu gehört Wer die Nachtigall stört von Harper Lee. Im Nachhinein finde ich es schon eigenartig, warum dieser Klassiker von mir zunächst ignoriert wurde. Lesen oder Abbrechen? Der lange Weg eines Buches bis zu meiner Begeisterung ...

Buchende: "Ich wusste, er würde die ganze Nacht drüben bleiben, und er würde da sein, wenn Jem am Morgen erwachte." (Quelle Buch S. 279)

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Es gibt weitere Juwelen unter meinen Büchern wie die Barcelona-Reihe von Carlos Ruiz Zafón.
📚Bücher, die ich mehrfach gelesen habe Wie ein einziger Tag von Nicholas Sparks.
📚Bücher, die weitreichend bekannt sind wie Harry Potter und ... von J.K. Rowling.
📚Bücher, die man nicht vergisst wie Die unendliche Geschichte von Michael Ende.
📚Bücher, deren Inhalte überrascht haben wie Solange du da bist von Marc Levy.

"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen. Man muss es besitzen." (Friedrich Nietzsche)

Da seht ihr es. Der Liebe zu Büchern bin ich treu. Sie ist so umfangreich, so intensiv, so verschieden, und sie hört nie auf. Im Gegenteil, sie steigert sich mit einer Leidenschaft von Jahr zu Jahr. Ich bin verliebt in so manche Geschichte, und es gibt noch viele zu entdecken. Dennoch oder gerade deshalb habe ich mich entschieden, mehr Priorität auf mein Schreiben zu legen. Ich möchte meine Träume wahr werden lassen und endlich meine angefangenen Werke zu einem Ende bringen. Ein Autor muss schreiben, damit es Bücher zum Lesen gibt 📚

Daher schränke ich hier und auf den Sozialen Netzwerken meine Aktivitäten etwas ein, ohne nie ganz fortzugehen. Wie lange der Prozess andauert, vermag ich zu diesem Zeitpunkt nicht abzuschätzen. Ich freue mich, wenn ihr mir trotzdem treu bleibt. Besucht mich gelegentlich auf meiner Homepage www.silkeboldt.de Diese halte ich zeitnah aktuell. An dieser Stelle lesen wir uns bald wieder, versprochen.















Montag, 5. Oktober 2020

Vom Mut, den eigenen Träumen zu folgen

Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich Zitate mag. 

Immer, wenn ich eines lese oder höre, notiere ich es mir. Täglich sendet mir meine Motivationsapp ein neues. Die Quelle der Zitate scheint unendlich. Sie beflügeln mich, richten mich auf, motivieren mich. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht mindestens eines lese.

Vor knapp einem Jahr habe ich euch schon einmal von meinen Lieblingszitaten erzählt. An denen hat sich nichts geändert: Wenn der Funke Wahrheit mitschwingt ... meine Lieblingszitate

Dem gibt es jedoch eines hinzuzufügen. Es lässt mich von der Zukunft träumen, von dem Leben als erfolgreiche Autorin. Wenn ich denn den Mut dazu habe, meinem Traum weiter zu folgen und endlich jene Manuskripte veröffentliche, die darauf warten. Aber das wird schon.

"Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen." (Walt Disney)                                  (Click-to-Tweet)

Vom Mut, den eigenen Träumen zu folgen - Blog Silke Boldt



Wenn sich eine mit Träumen auskennt, dann bin ich das 😃 Spaß beiseite, so lustig ist das nicht. 




Tatsächlich bin ich bereits einige Male in meinem Leben meinen Träumen gefolgt. Und glaubt mir, es erfordert wirklich Mut sowie die Überwindung einiger Hindernisse. 

Vor dreißig Jahren zog es mich nach Baden Württemberg. Das war ganz und gar nicht einfach, und doch bin ich diesen Weg gegangen. Ich habe es nie bereut. Damals gab es vieles, wovon ich geträumt habe. Die meisten Dinge habe ich umgesetzt. Von diesen zehre ich bis heute. Dort, im Ländle, entwickelte sich mein großer Traum. 

Der Traum vom Schreiben, dem ich jedoch erst viele Jahre später nachging. Ich hatte einfach nicht den Mut, ihm zu folgen. So schlummerte der lange Zeit vor sich hin. Erst ein persönlicher Schicksalsschlag ließ ihn wieder erwachen. Auf die berufliche Neuorientierung und die Frage hin, was mir wirklich wichtig war, trat das Schreiben erneut in den Vordergrund. Dem Zuspruch meiner Lieblingsmenschen habe ich es zu verdanken, dass ich allen Mut zusammennahm und meinem großen Traum endlich folge.

Aber Träume und die Realität klaffen mitunter auseinander. Es verlangt viel Disziplin und eben Mut sie immer wieder miteinander in Einklang zu bringen.

                     "Mut ist Angst plus ein Schritt." (Vanilla Mind)            (Click-to-Tweet)         

Heute lebe ich meinen Traum. Mir ist das möglich durch die Unterstützung, die mir zuteil wird. Obwohl ich ein strukturfixierter Schreibtyp bin, was nicht immer von Vorteil ist, arbeite ich gelassen und in Ruhe weiter. Schließlich will ich meinem Traum nicht nur hinterherlaufen, sondern ihm Leben einhauchen. 

Den ersten Schritt habe ich getan. Ich hatte den Mut, ihm zu folgen. Der Weg, selbst wenn er unwegsam und steinig scheint, ist der Antrieb, und irgendwann in der Zukunft werden meine Träume Wirklichkeit. Ich arbeite daran.







Montag, 21. September 2020

Auf manche Fragen gibt es keine Antworten

Aktuell wird viel diskutiert, ob Zuschauer in diesen Zeiten für ein Fußballspiel zugelassen werden oder nicht. Obwohl ich zur Stammbesatzung meines Heimatvereins Hansa Rostock gehöre, rückt diese Diskussion angesichts des Schicksals, von dem ich euch erzählen möchte, in den Hintergrund.

Ich bin ihm begegnet vor dem Ostseestadion, dem alten Mann mit den vielen Kleidungsstücken übereinander, schmutzig, abgerissen, notdürftig geflickt. Sein Gesicht gerötet, die Haut rissig, in der Hand eine Aldi-Tüte. Er durchwühlte die Abfallkörbe vor dem Stadion.

Auf manche Fragen gibt es keine Antworten - Blog Silke Boldt





Er trat auf mich zu. Ich fühlte Verunsicherung aufsteigen. Warum?

Mit krächzender Stimme fragte er mich nach einer Pfandflasche und einer Zeitung. Seine wässrig blauen Augen blickten bittend auf meine Coladose und die Stadionzeitung des Vereins in meinen Händen. Flaschen klirrten in seiner Tüte. Er trug das Behältnis wie ein Schutzschild vor seinem Körper. Wir musterten einander schweigend. Die Zeit bis zum Anpfiff wurde knapp.




"Ich wurde arbeitslos, hörte ich ihn sagen, die Frau lief weg, die Wohnung wurde mir gekündigt. Seitdem ...". Seine Stimme brach.
"Das tut mir leid", entgegnete ich reichlich unbeholfen.

Über die lärmende Umgebung legte sich eine traurige Stille. Andere Anwesende nahmen kaum Notiz von uns. Nochmals bat er um die leere Dose und die Zeitung. Ich reichte ihm die Büchse und trat aus der Menschenschlange vor dem Einlass. Was konnte ich noch tun? Ich mochte ihn nicht beleidigen.  Ich fragte ihn, ob ich zu der Zeitschrift noch etwas Geld hinzufügen dürfte. Er nickte. Ich übergab ihm alles Bargeld, was ich an diesem Nachmittag bei mir hatte. Es war ein bescheidener Betrag, eine momentane Hilfe, seine Not zu lindern.

Er bedankte sich blinzelnd, neigte den Kopf leicht beiseite. Doch ich sah die Traurigkeit in seinen Augen. Ich kämpfte mit den Tränen. Er winkte mir zu, wandte sich ab und verschwand in der Menge. Ich blieb bestürzt zurück mit Fragen, auf die ich keine Antwort fand.

Wie ist sein Leben? Mit wem redet er, all die Zeit allein auf der Straße? Wo geht er hin?
Wieso hat es ihn getroffen? Wie lange schon? Wie begegnet er der Einsamkeit?

Das Fußballspiel war trotz eines Heimsieges an diesem Nachmittag nur Nebensache. Es war nicht mehr wichtig. Meine Gedanken schweiften ständig ab. 

"Wir haben in der deutschen Gesellschaft zu viele Schiedsrichter und zu wenige Spieler." 
(Lothar Späth)

Die einen gewinnen, die anderen verlieren. Im Leben ist es wie im Spiel. Nur das Gewinnen zählt. Das Verlieren kommt mit einem Leid daher, auf das jeder gern verzichtet.

Obwohl die Begegnung bereits einige Monate zurückliegt, beschäftigen mich nach wie vor die offenen Fragen, weil dieser alte Mann mir verdeutlicht hat, wie stark er in seinem Schmerz ist.

Montag, 14. September 2020

Wie das so ist mit dem Schreiben

In dem Augenblick, da ich diesen Blogbeitrag schreibe, sollte ich doch schreiben. Moment mal, jetzt ist sie durchgedreht 😃 Sie schreibt doch.

Ich schreibe viel, wenn der Tag lang ist, aber oft nicht an meinen Projekten. Ich beantworte E-Mails, gebe schriftliche Kommentare ab, schreibe Blogartikel, bestücke meine Social-Media-Kanäle oder mache Eintragungen in mein Online Tagebuch. Klar, ich schreibe.

Wie das so ist mit dem Schreiben - Blog Silke Boldt



Aber wie ist das wirklich mit dem Schreiben?
Ich fühle mich da eher wie ein Blatt im Wind, das hin und her treibt oder irgendwo hinweht, ohne ein vorgegebenes Ziel.


Was ja auch wieder nicht stimmt. Das Ziel ist definiert, aber der Weg dorthin ist lang.


"Auf vielen Wegen kannst du dich verlieren. Finden nur auf deinem." (Else Pannek)

Nun tröste ich mich mit dem Wissen, dass Rosamunde Pilcher ja auch erst mit 65 Jahren den großen Durchbruch hatte. Bis dahin verbleibt mir noch ein bisschen Zeit. Kann ich demnach weitermachen wie bisher?
Bloß nicht. Will ich nicht, kann ich nicht, geht wirklich nicht. Warum? Wenn sich so weitermache, werde ich niemals fertig.

Manchmal ist es schwer, diszipliniert an einem Buch zu schreiben. Sobald mich eine neue Schreibidee überkommt, klammert sich diese an mir fest, geht mir unentwegt durch den Kopf, lässt mir keine Ruhe bis ich mich hinsetze und diese endlich aufschreibe, ja sogar die ersten Seiten und das grobe Handlungsgerüst wollen festgehalten werden. So entsteht immerzu ein neues Projekt. Ich habe derzeit ein paar angefangene mit mehreren bis vielen Seiten laufen. Und es hört nicht auf. Die neuen Ideen stürzen sich auf mich, und ich verliebe mich jedes Mal in sie. Den Einfällen muss ich doch nachgehen, oder? Womöglich führen sie zu einem Bestseller.

"Eine Idee ist wie ein Vogel. Wenn du sie nicht festhältst, fliegt sie davon." (Dittmar Prasse)

Ihr seht, alles fällt unter die Kategorie schreiben, bloß mit dem Umstand, dass ich mit den laufenden Projekten in dem Tempo nur langsam bis gar nicht vorankomme. Da nörgele und zetere ich herum, habe alles für euch festgehalten und merke erst nebenbei, dass es mir besser geht. Jetzt ist mein Kopf frei für das weitere Schreiben.

Ich mache mich sofort an die Arbeit. List 3 wartet längst auf mich ✍






Montag, 7. September 2020

Was ein Seemann mit meinem Krimi gemeinsam hat ...

Die nachstehende Episode ist Teil meines 2. noch unveröffentlichten Krimis. Für diesen Beitrag habe ich sie gekürzt und stellenweise neu verfasst zur Erinnerung an einen Seemann, dessen Worte unvergessen bleiben.

"Nicht Worte sollen wir lesen, sondern den Menschen, den wir hinter den Worten fühlen."
(Samuel Butler)
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Was ein Seemann mit meinem Krimi gemeinsam hat - Blog Silke Boldt

List betrat die schummrige Bar, quetschte sich zwischen unzähligen Leuten hindurch und setzte sich auf einen Barhocker. Neben ihm hockte ein Fremder.
»Wo kommst du denn her?«, deutete der auf seine nasse Kleidung.
List blickte an sich hinab. »War auf der Mole.«
»Spazieren? Im Dunkeln?« List nickte verlegen. »Warum?«
»Musste nachdenken.«
»Ach.«
...
»Öfter hier an der See?«
»Bisweilen«, gab sich List wortkarg.
»Ich bin Warnemünder«, unterhielt ihn der Fremde mit dem wettergegerbten Gesicht, »könnte nie woanders leben als am Meer. Das Meer ist unvergleichlich. Wusstest du das?«
»Ja.«
»Redest nicht viel oder?«
»Hm.«
»Ich bin früher zur See gefahren auf allen Weltmeeren, ging in zahlreichen Häfen an Land und liebte nichts mehr, als das Einlaufen in den Heimathafen. Wenn mich in der Ferne das Heimweh plagte, träumte ich von Rostock-Warnemünde. Man muss wissen, wohin man gehört.«
»Beneidenswerter Zustand«, murmelte List.
Eine Weile schwiegen sie gemeinsam.
...
»Ich kenne das Gefühl, auf der Stelle zu treten.« Die Augen des bärtigen Mannes musterten ihn wachsam.
»Woher weißt du das, Seemann?«
Der winkte ab. »Hauptsache, du bist von der Richtigkeit deines Handelns überzeugt.«
»Natürlich.«
»Dann treibe es voran!«
List wiegte den Kopf. »Wenn das so einfach wäre.«
Der andere lachte. »Es ist einfach.«  Wortlos hob er die Hand zum Gruß und verschwand in der Menge.

"Lass deine Taten sein wie deine Worte. Und deine Worte wie dein Herz."
(Ludwig Uhland)
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Mehr braucht es nicht. 💗Du, Seemann,💗 hast mir die Worte gelehrt. Deine Geschichten vom Meer, von der Fremde und der Liebe bleiben für immer in meinem Herzen. RIP.