Montag, 3. Juni 2019

Wie du meinen Hafen zur Welt an nur einem Tag entdeckst

Auf dem Schreibtisch vor mir liegen die ausgedruckten Ergebnisse meiner Freizeitträume. Ich schiebe sie unentschlossen hin und her. Eine Freundin markiert die Resultate auf dem Stadtplan von Rostock, eine andere nickt mir anerkennend zu. Mit wenigen Strichen kennzeichne ich die Punkte zwischen den einzelnen Zielen: Steintor, Rathaus, St. Marien, Kröpeliner Tor. Ich sehe meine Überlegungen bestätigt, dennoch wandert mein Blick zurück zur Küste. 

Dieser muss voller Sehnsucht sein, denn meine Freundin schiebt sämtliche Ausdrucke beiseite.
"Du hast gewonnen", erklärt sie. "Wir starten am OSTSEELAND." (Hotel und Ausflugsgaststätte in Warnemünde/Diedrichshagen: Keine Werbung, nur zur Erklärung für Außenstehende)

Mein Herz hüpft vor Freude, wenn ich an das Meer denke. (Click-to-Tweet)

Zwar bin ich in Rostock geboren und aufgewachsen und mancher meint, ich müsse jeden Winkel der Stadt kennen und vom Wasser genug haben ... weit gefehlt. 
Eines geht immer ... Meer. (Click-to-Tweet)

Die Stadt und das Umland haben sich während der langen Zeit meiner Abwesenheit vielerorts verändert. Zahlreiche Neuerungen gibt es zu entdecken. Aber der schönste Teil Rostocks liegt am Wasser. 

Bist du je in Warnemünde gewesen?                                                 






Nein?
Dann hast du den breitesten, feinsandigen Strand Deutschlands bei romantischem Sonnenuntergang bisher verpasst.

Nach einem Spaziergang auf der Mole und durch den Fischerort, dem Verweilen am lebendigen Hafen mit den Kreuzfahrtschiffen und der Einkehr in eine der zahlreichen Strandbars suchst du dir am Abend ein ruhiges Plätzchen am Strand oder einen Strandkorb. Warte dort bis die Sonne ins Meer eintaucht und genieße die Stille des Farbenspiels. Für mich ist das unvergleichlich.
Das sind die Augenblicke, in denen ich eine tiefe Verbundenheit mit der Region fühle und die ich fest in meinem Herzen verschließe für Momente, wenn ich fern des Meeres bin. 

Jede Stunde am Meer birgt mehrfaches Glück. (Click-to-Tweet)

Wenn berufliche und private Anforderungen mich stressen oder fortführen vom Meer, ist es mir wichtig zu wissen, wo mein Heimathafen ist. In den vergangenen Jahren hat mich das in der Ferne getragen und angespornt. Der Spagat zwischen Pflicht und Heimweh verlangte alles ab. 

Inzwischen hat sich Einiges geändert. Die anfängliche Skepsis gegenüber der Rückkehr nach MV sind einer Leidenschaft und  der einstigen Liebe zu Warnemünde und dem Meer gewichen. Sie sind der Garant für meine innere Zufriedenheit. 
Schließe die Augen und lausche dem Meer. (Click-to-Tweet)

Dieser Satz ist von besonderer Bedeutung. Lass dich darauf ein und er funktioniert.

Ich genieße mein Glück, dort zu leben, wo andere Urlaub machen, bin eng mit dem Meer verbunden und dennoch beruflichen oder privaten Veränderungen aufgeschlossen. Niemand weiß, was die Zukunft bringt. 

Die Ungewissheit birgt immer Risiken. (Click-to-Tweet)

Aber was auch kommt, ich kehre immer wieder zurück ans Meer und sei es für wenige Stunden. Es ist mein Ausgangspunkt und mein Hafen zur Welt. Es vermittelt Sicherheit auch bei Sturm, weil es fest verankert in meinem Herzen liegt. 

Die Wogen des Meeres gleichen dem Auf und Ab des Lebens und den Veränderungen in uns selbst. 
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Montag, 27. Mai 2019

Warum diese wahre Geschichte das Herz berührt ...

Es kommt selten vor, aber manchmal packt mich das Filmfieber. In solchen Momenten durchsuche ich meine DVD/Blue-Ray-Sammlung und lande doch immer bei meinen Lieblingsfilmen. 
Neben "Die Brücken am Fluss", "Jenseits von Afrika" zählt dazu "Die Maske".

Diesen Film mit Cher, Sam Elliott und Eric Stoltz in den Hauptrollen habe ich bereits unzählige Male gesehen. Ich kenne fast jede Reaktion der Helden, ihre Dialoge und Mimiken, und doch kann ich nie genug davon bekommen. Es ist keiner der amerikanischen Actionfilme und auch kein Thriller, sondern eine einfühlsame Story um eine Mutter (Cher), die mit ihrer kompromisslosen Liebe zu ihrem Sohn das Herz erreicht.

Du kennst diesen außergewöhnlichen Film nicht?


Er basiert auf einer wahren Geschichte. 
Der Teenager Rocky Dennis leidet an einer furchtbaren Krankheit, die sein Gesicht entstellt, welches an eine Maske erinnert. Rocky wird ausgegrenzt, erträgt Schmerz und Einsamkeit. Dank der Liebe seiner Mutter Rusty (Cher), die mit sich selbst und Drogen zu kämpfen hat, und ihrer Entschlossenheit überwindet er seinen ganzen Kummer und entwickelt sich zu einem beeindruckenden jungen Mann. Charakterlich gefestigt, tritt er allen Vorurteilen entgegen und inspiriert als Klassenbester seine Mitschüler und Lehrer. Eine tolle schauspielerische Leistung von Eric Stoltz.

Bei Cher und Sam Elliott gerate ich nicht nur wegen ihres Äußeren ins Schwärmen. Die Liebe dieser beiden Filmhelden mit allen Höhen und Tiefen kommt so unfassbar ehrlich rüber, dass man es praktisch hinter dem starken Soundtrack knistern hört. Zusammen mit ihrer Rockerclique gehen sie entwaffnend offen mit Rockys Krankheit um. Zum Ende des Films nimmt die Geschichte eine Wendung. Mehr sei nicht verraten. Sie passt jedoch zum Handlungsbogen und lässt einen nachdenklichen Zuschauer zurück. 

Grandios, wie Gefühle miteinander streiten. (Click-to-Tweet)

Spätestens an diesem Punkt angekommen, möchte ich sofort zurück auf Anfang spulen, um mich erneut zurückzulehnen und mitzufühlen mit den Helden. 











Montag, 20. Mai 2019

Was eine aufregende Reise ans Ende der Welt auslöst ...

Immer wieder lese ich Bücher, die mich inhaltlich überraschen und nachdenklich stimmen. 
Ich verschlinge die Buchstaben, lese zügig bis zum Ende, und wenn ich die letzte Zeile erreicht habe, bin ich traurig, dass es so schnell vorbei ist. Zurück bleiben verschiedenste Gefühle, von Frohsinn über Melancholie, Sehnsucht, Verlorenheit bis hin zur Anteilnahme. 

Ein Buch, das mich in jeder Hinsicht gefesselt hat, ist Die Reise ans Ende der Welt von Henning Mankell. Der Autor verstand es, die gesamte Bandbreite meiner Gefühle anzusprechen, was selten jemandem gelingt.





Das Buch, welches so lesenswert und als Jugendbuch deklariert ist, besticht durch die gefühlvolle Story um einen sympathischen Protagonisten.
Die Handlung ist zwar angesiedelt in den 1950 ger Jahren, doch ebenso könnte sie in der heutigen Zeit spielen. Der Botschaft des Werkes tut dies keinen Abbruch.







Kurzbeschreibung des Inhalts:
Der fünfzehnjährige Joel, als Kleinkind von der Mutter verlassen, lebt mit seinem Vater Samuel, einem wortkargen Holzfäller und früherem Seemann, in einem gottverlassenen Nest hoch oben im Norden Schwedens.
Joel hat lange überlegt, ob er nach den Prüfungen mit der Schule weitermachen oder erst mal mit dem Leben beginnen soll. Er entscheidet sich für Letzteres und träumt von der Seefahrt und entfernten Ländern. Das richtige Leben beginnt für ihn mit einer Reise in das weit entfernte Stockholm. Diese Stadt ist zwar nicht das Ende der Welt, aber dem ein gewaltiges Stück näher. Die Strecke, die er zusammen mit Samuel dorthin zurückgelegt, ist mehr als die Bewältigung der geografischen Entfernung, denn in Stockholm lebt Jenny, seine Mutter, und Joel hat viele Fragen. Für ihn ist die Reise eine innere Reise ins Land der Erwachsenen. 
Wird er am Ende Antworten auf alle seine Fragen bekommen und seine Träume verwirklichen?

Ich verrate nichts, nur so viel sei gesagt, Mankell zeichnet Joels inneren Konflikt grandios. Als Leser durchlebt man mit dem Protagonisten eine bemerkenswerte Entwicklung. Zurecht wurde das Buch mit dem August-Preis, dem bedeutendsten Literaturpreis Schwedens, ausgezeichnet. Anfangs stand ich dem Lob skeptisch gegenüber.

Was anderen gefällt, mag längst nicht auf mich zutreffen. (Click-to-Tweet)

Doch ich flog in einem Rutsch durch die Zeilen. Cover und Titel ergeben sich perfekt aus dem Inhalt und sind in Kombination mit dem Klappentext absolut stimmig. Dieses Buch habe ich ungern aus der Hand gelegt und gewiss nicht zum letzten Mal gelesen. Die Sogwirkung war riesig. Bitte mehr davon!






Montag, 13. Mai 2019

Wie eine Zwangspause mir zu ungeahnten Kenntnissen verhalf und neue Begeisterung weckte ...

Manchmal geschehen Dinge unfreiwillig und unvorhergesehen.
Es ist keine vierzehn Tage her, da sich mein PC verabschiedet hat. So völlig aus dem Nichts war das Aufladen auf einmal nicht mehr möglich. Am Tag des Geschehens hatte ich noch an dem guten Stück gearbeitet, abends wollte ich nur noch eine Kleinigkeit ausdrucken, als sich das Ausmaß des Malheurs offenbarte. Die verbliebene Akkulaufzeit: 1 Stunde. Nicht auszudenken, wenn ich das erst am nächsten Morgen bemerkt hätte.

Ihr könnt euch vorstellen, wie ich in Panik geriet mit Sicht auf die zu speichernden Dateien. Besonders meine Manuskripte sah ich hochgradig gefährdet. Das Glück im Unglück hatte es allerdings so gewollt, dass ich mir ausgerechnet an diesem Tag eine neue externe Festplatte zugelegt hatte. Der Zufall hätte nicht größer sein können.

Trotzdem verfiel ich in Hektik und lud auf dieses externe Speichermedium, was die Zeit hergab. Neben sämtlichen Manuskripten und den dazugehörigen Aufzeichnungen speicherte ich Bilder, Grafiken, Dokumente und meinen Schreibkalender.
Heute weiß ich, dass mein Redaktionsplan dem letzten Atemzug meines alten PCs zum Opfer fiel. Der Plan existiert nur noch als Gerüst, wenigstens etwas. Ich fange eben von vorne an. Warum bloß hatte ich es versäumt, diesen Plan, wie alle anderen Dateien, regelmäßig auf einer zweiten Festplatte extern zu speichern? Shit happens!

 👧 Hinterher ist man immer schlauer. (Click-to-Tweet)

Jedenfalls musste nach dem ganzen Jammer ein neuer PC her. Leichter gesagt, als getan.
Das Modell, welches ich mir ausgesucht hatte, ein HP Laptop Pavilion, war nicht vorrätig, außerdem kam ein Feiertag, der 1. Mai, dazwischen und ja, schneller ging die Bestellung eben nicht.

Ich war buchstäblich außer Gefecht gesetzt. In den letzten Jahren gab es kaum einen Tag, an dem ich nicht am PC gearbeitet hatte. Für mich war das schlicht gesagt: unvorstellbar.

"Freue dich doch über die Pause", riet mir meine Familie. Ja, als ob eine Zwangspause so toll sei. Nachdem ich den ersten Schock überwunden, und mich gefasst hatte, beschloss ich:

     Mach das Beste daraus. (Click-to-Tweet) 

Nutze die Zeit zum Lesen und aktualisiere deine Online-Bibliothek auf dem Handy! Ich scannte, listete, trug ein und vervollständigte, was das Zeug hielt und bin weit voran gekommen. Bei über 800 Büchern dauert das Ganze eine Weile. Der nächste Buchkauf wird jedenfalls ein Kinderspiel. Den entsprechenden Autoren-/Buchnamen suche ich in meiner App und vermeide so den unglücklichen Doppelkauf. Ich schreibe das aus Erfahrung.

Nach einer Woche des Wartens hatte ich endlich meinen neuen HP und es kam die Zeit, ihn einzurichten. Ja, nun ich bin kein Computerspezialist und an manchen Dingen habe ich mich schwer getan. Mir schwirrt noch immer der Kopf von Begriffen wie Browser, Konto, Sicherheit, Firewall und und und ..., aber jetzt läuft er :-)


Alle Daten sind, wie oben geschrieben, vorhanden. Ich habe überspielt, aufgeräumt und gespeichert, fast eine Woche. Am meisten freue ich mich, mein Schreibprogramm Papyrus wieder vollständig zum Laufen gebracht zu haben. Manchmal der Verzweiflung nah bin ich letztendlich über mich hinaus gewachsen und habe eine Menge hinzugelernt. Die eingeblendete Zeit zeigt es: seit Freitag 08:49 Uhr kann ich an meinem HP uneingeschränkt arbeiten. Ein klitzekleines Bisschen bin ich stolz auf meine neu erworbenen PC-Kenntnisse und stürze mich begeistert auf die liegengebliebene Arbeit. Es gibt eine Menge aufzuholen, aber Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut. 

Manchmal geschehen Dinge eben völlig unfreiwillig. (Click-to-Tweet)






Montag, 29. April 2019

Warum ich das Buch WÜSTENBLUME für den Schulunterricht empfehle

Der Autorenblogger und Schriftsteller Sven Hensel hatte vor einiger Zeit eine tolle Aktion ins Leben gerufen, #Autorinnenzeit. Deren Aktualität hat nicht abgenommen, im Gegenteil, Autorinnen sollte wesentlich mehr Beachtung im Literaturbereich geschenkt werden.

"Frauen im Literaturbetrieb werden, trotz der vielen Artikel und Fingerzeige auf das Problem, zu oft belächelt, ihr Schreiben „mit Anspruchslosigkeit gleichgesetzt“ (Autorin Zoë Beck in einem Beitrag der Welt), bei Preisverleihungen übergangen, sofern sie überhaupt einmal nominiert/vorgeschlagen werden, und sie haben weiterhin mit einer gläsernen Decke zu kämpfen, die sie daran hindert, zu ihren männlichen Pendants aufzuschließen, sei es in der gesellschaftlichen Wertschätzung oder auch ihrer Stellung im Literaturbetrieb." (Zitat Autor Sven Hensel)

Die Aktion #Autorinnenzeit ist zwar längst ausgelaufen, doch Autorinnen weiterhin in den Focus der sozialen Netzwerke zu rücken, ist auch mein persönliches Anliegen. So nehme ich den Anstoß zur Überlegung auf und weise in loser Folge explizit auf das Buch/die Bücher einer Autorin aus meinem Bücherregal hin.
Die Reihenfolge der Publikationen entsprechen keiner Wertung. Auch verzichte ich auf die Veröffentlichung von Rezensionen. Diese sind in meiner persönlichen Online-Bibliothek abgelegt.

Vor einiger Zeit las ich das Buch Wüstenblume von Waris Dirie


Es gehört zu jenen Werken, die nach dem Lesen der letzten Zeile ein beklommenes Gefühl hinterlassen und Fragen aufwerfen, zuerst die Frage nach dem Warum? Warum ist das grausame Ritual der Genitalverstümmelung in unserem Zeitalter noch möglich? 

Waris Dirie wurde im Alter von fünf Jahren beschnitten, ein Albtraum, den sie nie vergessen hat. Erst nach jahrelangem Schweigen hat sie ihre Geschichte erzählt und die geht zu Herzen.

Was in unserer Gesellschaft unvorstellbar ist, ist in anderen Erdteilen Normalität. Diese Tatsache anzusprechen gehört für mich zur Aufklärung unserer Kinder. In der Schule lernen sie viel über ferne Länder, dem dortigen Klima, den Bodenschätzen, deren Bewohner kennen. In diesem Zusammenhang muss ebenso ein Einblick in die herrschende Kultur und die vorrangigen Sitten gegeben werden, auch wenn diese, wie Dirie in ihrem Buch beschreibt, nicht konform mit unseren Ansichten gehen. 

Jedem dürfte klar sein, dass nur Bildung die heranwachsende Generation aufklärt und eine gebildete, lernwillige Gesellschaft altüberlieferte Praktiken ändern kann. Millionen Menschen sind bis heute Opfer einer Erziehung, in denen die Kultur barbarische Riten als Tradition fortführt. Frauen werden in eine Rolle gedrängt, die weder Vertrauen einflößt noch an Zuneigung anlehnt. Ihr Wissen, dass ihrem Körper die Weiblichkeit genommen wird, deklariert sie zum Besitz eines Mannes und raubt ihnen die Kraft.

Die Wüstenblume ist nur ein Buch und doch transportiert es die eine Botschaft: 


Hört endlich auf mit dem grausamen Ritual der Genitalverstümmelung! (Click-to-Tweet)

Dieses empfehlenswerte Werk hat inhaltlich bis heute nichts an Aktualität eingebüßt und ist deshalb geeignet für den Schulunterricht. Waris Dirie kämpft als UNO-Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmelung. Mitunter scheint es ein Kampf gegen Windmühlen zu sein. Doch nichts ist schlimmer, als die Augen zu verschließen und das Leid von Millionen zu übersehen.

Montag, 8. April 2019

3 Leidenschaften - Bücher, Lesen, Schreiben - spiegeln mein ICH wider

In meiner Welt dreht sich viel um Bücher, Lesen und Schreiben. Wie gut, dass sich demnächst ein paar freie Tage ankündigen und mir mehr Zeit bleibt, um meinen 3 Leidenschaften nachzugehen.
Osterzeit ist Ferienzeit und Zeit zum Lesen. Du weißt nicht, was du lesen sollst?

Dann stöbere doch einfach mal auf diesen 3 Beiträgen, die mich und meine Leidenschaften vorstellen.

Auszug aus Silkes Bücherregal

Bücher sind eine davon. Wie es in meiner hauseigenen Bibliothek aussieht und wovon ich träume, liest du hier Meine Bibliothek - Schritt für Schritt zu einem wahren Traum.

Dir reicht der Lesestoff nicht? Dem kann ich abhelfen.
Rund um den WELTTAG DES BUCHES, der in diesem Jahr in meine Ferienzeit fällt, habe ich folgende Leseempfehlungen zum Welttag des Buches für dich. Viel Spaß!

Dich interessieren Antworten hinsichtlich meines schriftstellerischen Werdegangs und der zukünftigen Projekte?
Dann lies mal Silkes Autoreninterview mit Lina Mortensen, welches hundertprozentig mein ICH widerspiegelt.

Übrigens findest du neben dem Interview mit mir bei Lina weitere Buchempfehlungen, eine Auswahl an Schreibwettbewerben sowie Ausschreibungen. Auch gibt sie Einblicke in ihre schriftstellerische Tätigkeit.

Also, auf die Bücher, das Lesen und los! Osterzeit ist Lesezeit.
Ich jedenfalls wünsche euch schon jetzt frohe Ostern, eine glückliche Zeit und unvergessliche Lesemomente!
Bis bald! Wir lesen uns wieder nach den Feiertagen 👀 😉







Montag, 1. April 2019

Warum 20 Minuten Unpünktlichkeit zu den kostbarsten meines Lebens zählen

In Kürze jährt sich das Ereignis um den 08. April 2011 zum wiederholten Mal.
Noch heute bin ich dankbar und glücklich, jenen Geschehnissen durch Unpünktlichkeit entronnen zu sein. Eine lapidare Verzögerung von 20 Minuten hatte dafür gesorgt. 

Was damals geschah?

Ein Sandsturm hat auf der Autobahn A 19, südlich von Rostock zwischen Kavelstorf und Laage, zu einem der schlimmsten Unfälle in Mecklenburg-Vorpommern geführt. Bei einer Massenkarambolage kamen mindestens acht Menschen ums Leben, zahlreiche Leute wurden verletzt ... Die Zeitungen und Nachrichten berichteten ausführlich über dieses schreckliche Ereignis. 


Nur 20 Minuten früher, eine pünktliche Abfahrt von Berlin nach Rostock vorausgesetzt, wären mein Sohn und ich vermutlich selbst Betroffene gewesen. Auch nach all den Jahren denken wir oft an das Glück, das wir teilen, weil nur wenige Minuten zu den kostbarsten unserer Leben wurden. 

Doch lest selbst:

Am 08. April 2011 standen unsere Koffer und Taschen gepackt für ein verlängertes Wochenende in Rostock bereit. Mein Sohn und ich freuten uns auf seine Oma und die Ostsee. Aber an diesem Morgen  schien alles verflixt. Erst stieß ich am Frühstückstisch gegen meine gefüllte Kaffeetasse, peng. Dann trödelte mein Sohn mit einer Ausdauer, die ich so gar nicht an ihm kannte. Er fand seinen Lieblingsdino nicht, brauchte gefühlt eine Stunde im Badezimmer und hatte Schwierigkeiten beim  Anziehen der Socken. Ich war zunehmend verärgert, denn die pünktliche Abfahrt konnte ich vergessen. Eigentlich wollten wir gegen 13 Uhr in Rostock sein.

Wir starteten mit mehr als einer halben Stunde Verspätung.
Der Straßenverkehr in der Stadt hatte sich ebenfalls gegen uns verschworen. Erst auf der Autobahn  nach Wittstock entspannte sich die Lage. Ich fuhr ein paar Minuten heraus, holte aber die versäumte Zeit vom Morgen nicht mehr komplett auf. Irgendwann war mir endgültig klar, dass wir mit Verspätung am Zielort ankommen würden. 
Kurz vor Laage, etwa 13:15 Uhr, wiesen uns Schilder an, das Tempo zu drosseln, die Abfahrt zu nehmen und eine Umleitung durch Schwaan zu fahren. Schöne Unannehmlichkeit! Ein Stauende war nirgends in Sicht. Allerdings mutete die leere Gegenfahrbahn etwas seltsam an. Kein Fahrzeug kam uns von dort entgegen. Und das, was wir von Weitem bereits auf den Felder entlang der Autobahn gesehen hatten, stellte sich als Sand heraus. Überall lag feiner heller Sand, auch auf der Autobahn vor uns Richtung Kavelstorf/Rostock. Wegen dem bisschen Sand sollten wir eine riesige Umleitung fahren? Ich schimpfte, weil sich jeglicher Verkehr durch Schwaan wälzen musste und meine Verspätung erneut zunahm. 

Bei Ankunft am Ziel schloss uns meine Mutter kreidebleich in ihre Arme. "Gott sei Dank ist euch nichts passiert."
"Wieso?" 
"Ein Sandsturm fegte bei Kavelstorf über die Autobahn", erklärte sie uns mit Tränen in den Augen. "Es kam zu einer Massenkarambolage mit Toten und Verletzten." 
Ich drückte schweigend meinen kleinen Sohn an mich. Mir war sofort klar, bei pünktlicher Abreise von zu Hause wären wir beide mitten in die Unglücksstelle gerast.

Was auch immer für unsere Verzögerung gesorgt hatte - Schicksal, Zufall oder ein Schutzengel - ich war nie so dankbar um zwanzig Minuten Verspätung wie in jenen Augenblicken.
Seitdem nehme ich die Erkenntnis: Einfach mal inne zu halten! öfter wörtlich.
Sie hat eine besondere Bedeutung bekommen.

Es gibt Wichtigeres, als beständig durch Raum und Zeit zu hetzen - das LEBEN.

Montag, 25. März 2019

Kurz und knapp - Wieso diese Ein-Wort-Titel mir dauerhaft im Gedächtnis bleiben

Ein-Wort-Titel faszinieren mich - schon immer. 
Ist der Buchtitel ansprechend formuliert, transportiert nur ein einziges Wort den Inhalt des Werkes und unterstützt die Kaufentscheidung.

In meinem Bücherregal stehen viele Ein-Wort-Titel. (Click-to-Tweet)  

Drei ausgewählte Bücher verschiedener Genre sind mir dauerhaft im Gedächtnis geblieben.


Septagon von Richard Montanari ist eines davon.
"In einem Keller im Norden Philadelphias wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Todesursache: Ertrinken - doch weit und breit gibt es kein Wasser." (Quelle: Klappentext)
Fragen über Fragen drängen sich den Detektives auf. Sie jagen einen Wahnsinnigen, der sich als Serientäter entpuppt. Die wechselnden Perspektiven lassen den Leser an den Gedanken des Mörders teilhaben, steigern die Spannung und verleihen dem Thriller zusätzlichen Nervenkitzel. Das Buch entwickelt eine enorme Sogwirkung. Was anfangs verwirrt, klärt sich im Verlauf der Handlung.

Nur so viel sei verraten, der Titel erschließt sich aus dem Inhalt und passt perfekt zum Cover, genau wie bei den anderen beiden Werken. Ein Wort unterstreicht das Motiv, weckt die Neugier und vermittelt eine Vorstellung vom Buchinhalt. Wenn zudem Klappentext und die ersten Zeilen des Buches treffend formuliert sind,  ist der Nerv des Lesers für einen Kauf sensibilisiert. Jedenfalls geht es mir so. Selten lege ich dann ein Buch zurück.

Assassini von Thomas Gifford ist ein Vatikan-Thriller. 
"Alle Spuren führen nach Rom, zu den geheimen vatikanischen Archiven und weit in die Vergangenheit: Irgendwann in der Renaissance ... gab es ein geheime Mördertruppe, Assassini genannt, die dann zum Einsatz kam, wenn alle anderen Mittel versagten." (Quelle: Klappentext)
Mord, ungeklärte Todesfälle und geheimnisvolle Kirchenangelegenheiten lassen die Spannung dieses Thrillers nie abreißen. Gifford verstand es durch seinen fesselnden Schreibstil, mich auf über 800 Seiten in den Bann des Vatikans zu ziehen.  

Virginia von Alexandra Ripley ist eine großartige Familiensaga aus dem amerikanischen Süden. 
"Chess wächst auf einer Plantage im reichen Virginia auf. Doch der amerikanische Bürgerkrieg macht dem unbeschwerten Leben ein gewaltsames Ende. Ganz allein versucht die junge Erbin, den verblassenden Glanz des Anwesens zu retten. In Nate Richardson, dem Sohn eines Tabakbauern,  findet sie nach dem Bürgerkrieg einen Gleichgesinnten. Gemeinsam machen sie ein Vermögen. Aber beide wollen mehr, viel mehr ..."
(Quelle: Klappentext)
Natürlich kommt in diesem gewaltigen Epos auch die Liebe nicht zu kurz. In den Geschichten über den amerikanischen Süden dreht es sich meistens um Abenteuer und Glück. Titel und Covermotiv des Buches ließen Bilder in meinem Kopf auferstehen, welche mit persönlichen, unvergesslichen Erinnerungen an einige Plantagen zusammenhingen. Dieses Werk musste ich kaufen. 

Keine Frage, alle drei vorgenannten Bücher mit ihren Ein-Wort-Titeln laden zum mehrfachen Lesen ein. Irgendwann in der Zukunft, sobald mein SuB es zulässt, werde ich erneut zwischen den spannenden Zeilen versinken. 


Montag, 18. März 2019

DU bist Poesie - meine Vorstellung vom Glück

Du bist mein Stern, 
mein Schlüssel zum Glück
und bist Du auch fern, 
es bleibt immer ein Stück.

Du bist mein Tag in finsterer Nacht,
Du hast die Sonne in mein Leben gebracht.


Ich gebe Dir gern von der Wärme zurück,
von Liebe und Träumen jeweils ein Stück.

Sieh immer nach vorn, 
das Heute beginnt.
Die Zeit scheint verloren
sei glücklich, ehe sie verrinnt.
                       
(© Silke Boldt)







Montag, 11. März 2019

Warum in meinem Krimi die Tatorte mehr als Schauplätze sind

In dem Wirken einer Gemeindevertretung den Bürgern ein attraktives Lebensumfeld zu schaffen, gibt es oftmals ein ruppiges Gerangel um die vorderen Plätze, spätestens dann, wenn Kommunalwahlen anstehen. Genau diese Härte und persönlichen Angriffe habe ich beim Schreiben meines Krimis IM ZAUBER DER MADONNA genutzt. 
Lädt das Buch deswegen zu einem Blick hinter die Kulissen der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow ein?
Eindeutig: Nein!

Fiktiv habe ich dennoch den Kern der Kommunalpolitik getroffen. Die Story und die Personen sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Persönlichkeiten ist zufällig. Die Verwendung von Namen bestehender Institutionen, Einrichtungen und Unternehmen war mein schöpferisches Stilmittel. Es lag mir fern, persönliche Ansprüche verletzen zu wollen.
Mittelpunkt der Handlung meines Buches sind exakt beschriebene Original-Schauplätze meines früheren Wohnortes.

Mehrfamilienhaus

Das Mehrfamilienhaus, in dem ich damals gewohnt habe, die damit verbundene Wohnsituation sowie das Umfeld haben mich zu dem Kriminalroman inspiriert. Die Story entwickelte sich fast von selbst. Ich musste nur genau hinsehen, und meinen eigenwilligen Kriminalhauptkommissar List vom Polizeipräsidium Potsdam ins Leben gerufen.



Ortskirche Mahlow

Die Zeit der Handlung habe ich zur Fußball-WM im eigenen Land  angesiedelt. 

Durchgang zur Kirche





Auch die örtlichen Details der Nebenhandlungen habe ich genau recherchiert, wie  z.B. den Spaziergang  meines Kommissars durch den Park von Schloss Sanssouci. "Auf den Spuren der Hohenzollern ... hoffte er, ... die Ruhe zum Nachdenken zu finden." (S. 214)


IM ZAUBER DER MADONNA verzauberte Mahlow und hinterließ einen besonderen Reiz. Das Buch und ich waren im Ort in aller Munde bis hin zur örtlichen Presse, weil sämtliche Schauplätze den Einwohnern bekannt waren und diese durch fiktiven Mord und Totschlag noch mehr in ihren Fokus rückten.

Du bist neugierig geworden? Den Krimi IM ZAUBER DER MADONNA gibt es als Paperback, Hardcover und E-Book. Bei Amazon ist auch eine gleichnamige Kindle Edition erhältlich. 
                                                                                             
Übrigens wehrte ich die Frage nach dem Vorbild bezüglich der kommunalen Vorgänge innerhalb der Gemeinde stets mit einem zwinkernden Auge ab. Dieses Geheimnis macht das Buch aus und verbleibt bei der Autorin :-)