Donnerstag, 22. August 2013

Sieben Geißlein und ein Wolf - eine märchenhafte Umkehrgeschichte

Viele Gedanken um das Schreiben trage ich natürlich in die Familie und so lieferte mir eine Diskussion über den Sinn der Märchen die Anregung zu einer Umkehrgeschichte. Zunächst beschäftigte ich mich intensiv mit den Fragen nach den Märchen. Was sind Märchen? Woher stammen sie? Wie wurden sie überliefert?
Meine schulische Interpretation liegt Jahre zurück. Während des Studiums wurden andere Dinge umrissen. Ich forschte nach der begrifflichen Definition der Märchen, was einige Zeit in Anspruch nahm, doch es hat mich interessiert. In der nachfolgenden Zusammenfassung stellte ich fest:

"Märchen sind Texte, die von wundersamen Begebenheiten berichten. Sie zählen zu einer bedeutsamen und sehr alten Textgattung und treten in allen Kulturkreisen auf. Im Gegensatz zum mündlich überlieferten und anonymen Volksmärchen steht die Form des Kunstmärchens, dessen Autor bekannt ist.
Märchen sind frei erfunden. Ihre Handlung ist weder zeitlich noch örtlich festgelegt. Charakteristisch für Märchen ist unter anderem das Erscheinen phantastischer Elemente in Form von sprechenden Tieren und Zaubereien mit Hilfe von Hexen, Zauberern sowie Riesen.
In Deutschland wird mit dem Begriff Märchen in erster Linie die Grimmsche Volksmärchensammlung Kinder- und Hausmärchen (1812) assoziiert, jedoch gibt es noch unzählige andere deutsche Volksmärchen, da die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm nur einen Teil der damaligen Märchen aufzeichnen konnten.
Die Märchen waren ursprünglich nicht nur für Kinder gedacht, sondern entstanden vor allem aus volkskundlichem Interesse und erhielten entsprechende märchenkundliche Kommentare. Wilhelm Grimms sprachliche Überarbeitungen schufen daraus einen Buchmärchenstil, der bis heute das Bild von Märchen prägt."

(Literaturquelle: Wikipedia)

Grimms Märchen sind Bestandteil meiner häuslichen Bibliothek





Das Märchen
Der Wolf und die sieben Geißlein kennen die meisten.






... und das ist meine Umkehrgeschichte dazu:





Sieben Geißlein und ein Wolf


Es war einmal ein Wolf, der von den Tieren des Waldes geliebt wurde, weil er hilfsbereit und einfühlsam war.
Eines Tages wollte  er eine Hasenfamilie besuchen. Da sah er am Waldrand sieben junge Geißlein stehen. Sie warfen mit Steinen auf ein Reh, um es von seiner Futterstelle zu vertreiben. Das Reh blutete aus einer klaffenden Wunde und weinte sehr. Der Wolf war überaus traurig, als er das sah. Er lief zu den Geißlein und rief: "Schämt ihr euch nicht? Hört sofort auf, das arme Tier mit Steinen zu bewerfen!"
Anstatt zu gehorchen, lachten sie und bewarfen ihn ebenso. Der Wolf empörte sich: "Wo sind eure Eltern?"
Frech antworteten sie: "Die sind weit fort von hier." Sie kicherten und scherzten über ihn.
"Müsst ihr nicht um diese Zeit in der Schule sitzen?"
"Nein, wir haben heute keine Lust zum Lernen."
Der Wolf zog seine Stirn kraus. Allein würde er die Geißlein nicht zur Vernunft bringen. Plötzlich hatte er eine glänzende Idee. Besorgt wandte er sich an das Reh: "Schnell, stelle dich schützend hinter den Busch. Ich  hole Hilfe und bin sofort zurück."
Dann lief er eiligst geradewegs zur Schule hin. Dort traf er den strengen Lehrer Ziegenbock.
"Komme mit, mein Freund, die sieben Geißlein stehen am Waldesrand und zielen mit Steinen auf unschuldige Tiere. Sie sollten bestraft werden für ihr bösartiges Auftreten."
"Ich komme mit dir", antwortete der Gelehrte.
Zusammen liefen sie zurück zum Waldessaum. Kaum hatten die Geißlein ihren strengen Lehrer ausgemacht, versteckten sie sich hinter einem Baum. Doch er hatte sie bereits gesichtet und sprach:
"Warum seid ihr nicht in der Schule? Und weshalb werft ihr mit Steinen auf das arme Reh? Ich hoffe, ihr habt eine vernünftige Erklärung dafür." Die Geißlein schauten ihn sprachlos an.
"Nun gut", sagte der Lehrer, "ihr wollt mir eure Gründe also nicht verraten. Für eure Ungezogenheit sitzt ihr nach, heute und morgen. Von der Klassenfahrt in der nächsten Woche schließe ich euch aus. Ihr nehmt am Unterricht einer anderen Klasse teil und schreibt einen Aufsatz über euer miserables Verhalten."
Der Wolf teilte zustimmend die festgelegten Maßnahmen.
Da weinten und schluchzten die Geißlein sehr. Doch der strenge Herr Ziegenbock zeigte keine Gnade. Während der Wolf sich um das verletzte Reh kümmerte, beorderte der Lehrer die kleinen Geißlein zum Nachsitzen in die Schule. 
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lernen sie dort noch heute.

Warum habe ich das verfasst?
Es gibt Dinge und Handlungen, die kann man nicht erklären. Ich hatte einfach Lust zum Schreiben einer Umkehrgeschichte.

Probiere es selbst! Das beflügelt märchenhaft die Fantasie und bringt viel Spaß.









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