Montag, 22. September 2014

Nur fünf Schritte ...

Im Zusammenhang mit der Korrektur meiner Texte steht immer jener enggeführte Aufbau, der alles auf die Spitze treibt, was gesagt werden muss.
Die Übung an dichten Dialogen feuert neben meiner Sprache - meine Arbeit, meine Beobachtungen, aber auch die Wahrnehmung meiner eigenen Persönlichkeit an.

Dabei gehe ich in fünf Schritten vor:

  1. Zuerst unternehme ich einen Streichungsdurchgang durch meinen Text. Dem fallen sämtliche Abläufe und Worte zum Opfer, die nichts zu sagen haben.
  2. Ich schaffe Lücken, die der Leser, die Leserin ausfüllen darf - so genannte produktive Leerstellen.
  3. In einem weiteren Durchgang versuche ich, Informationen eng zusammenzuschieben, sie zu verdichten. Ich kürze Nebensätze oder wandle diese um z.B. Eine Frage, die sie sich schon öfters gestellt hat ... wird zu Eine ewige Frage für sie ... oder noch kürzer Ihre Urfrage ...
  4. Ich achte darauf, eine Sache nicht mehrfach hintereinander darzustellen. Das Konkrete reicht (Sie musste sich übergeben ...). Das noch einmal wenig später im Text abstrakt darzulegen, ist unnötig (Sie konnte sich nicht länger beherrschen ...).
  5. In einem weiteren Durchgang unternehme ich den Versuch, besondere Wörter und sprachliche Wendungen einzubringen (Vom Suchen und Finden besonderer Textstellen erzählt ein vorangegangener Blogartikel) und achte auf meinen persönlichen Ton, meinen eigenen Stil.



Ganz gleich, wie Ihre Vorgehensweise zur Verdichtung eines  Textes aussieht - Ziel des dichterischen Schreibens ist doch:
In einen Satz mit wenigen Worten möglichst viel Information, Aussage und Atmosphäre zu bringen.

Ich wünsche Ihnen Gutes Gelingen!

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