Dienstag, 2. Januar 2018

Empfehlenswerte Lesefavoriten

Das Jahr 2017 ist Vergangenheit.
Zeit, Bilanz zu ziehen, was meine persönliche Lesestatistik betrifft.
Wie in dem Blogbeitrag: Wie viele Bücher hast du dieses Jahr bereits gelesen? geschrieben, übertraf ich mein Lesevergnügen um etliche Bücher. Die Steigerung beruht hauptsächlich auf der besseren Nutzung meiner zeitlichen Ressourcen. Ich denke, da geht noch etwas. Aber das wird sich zeigen im Jahr 2018.

Von den gelesenen Büchern 2017 waren die nachfolgenden meine Favoriten, weil sie sich durch sprachlich besondere Textstellen, kurzweilige Plots, spritzige Dialoge, überraschende Wendungen, gefühlvolle oder mitreißende Stories, markante Charaktere oder interessantem Hintergrundwissen ausgezeichnet haben.
Ein fantastischer Lesespaß, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Besondere sprachliche oder inhaltliche Textstellen habe ich mir markiert. Hier sind nur einige ausgewählte Formulierungen festgehalten:

DER SCHATTEN DES WINDES
Seite 13 "... wenige Dinge prägten einen Leser so sehr wie das erste Buch ... Diese ersten Seiten, das Echo dieser Worte, ... , begleiten uns ein Leben lang und meißeln in unserer Erinnerung einen Palast ..."
Seite 250 "Bücher sind Spiegel: Man sieht in ihnen nur, was man schon in sich hat."
(aus DER SCHATTEN DES WINDES von Carlos Ruiz Zafón) #zitat

SIGNORA PIA UND DAS LÄCHELN DES MEERES
Seite 31 "Ihr zwei ... seid wie ein leuchtender Stern, der vom Himmel ins Meer gefallen ... ist."

Seite 166 "Ganz und gar man selbst zu sein, kann schon einigen Mut erfordern."
(aus SIGNORA PIA UND DAS LÄCHELN DES MEERES von Roberta Gregorio) #zitat




STILLER SCHREI
Seite 132 "Ihre Züge waren wie das Wasser mit goldenem Mondlicht gesprenkelt, ..."
Seite 263 "Der Halbmond blinzelte durch eine dünne Wolkendecke."

DIE ANDERE SEITE DER WAHRHEIT
Seite 153 "Fünf Sekunden Fassungslosigkeit, fünf Sekunden Gewissheit ... Fünf Sekunden lautlos kreischenden nackten Entsetzens. Und dann setzte der Schmerz ein."
Seite 320 "Unterdessen lauerte Joseph Scott in seinem Netz, wartete wie eine Jagdspinne auf den richtigen Zeitpunkt."

                              
SOLANGE DU DA BIST
Seite 94 "Denn gerade während man rechnet und das Für und Wider gegeneinander abwägt, geht das Leben an einem vorbei." (aus SOLANGE DU DA BIST von Marc Levy) #zitat

Seite 99 "Irgendwann verändern wir uns, aber alle waren wir am Anfang Kinder."
(aus SOLANG DU DA BIST von Marc Levy) #zitat

Seite 170 "Die Einsamkeit aber ist ein Garten, in dem die Seele verdorrt, und die Blumen, die dort wachsen, duften nicht."

ICH GESTEHE ALLES
Seite 190 "... dass es nur eine Sünde in unserer Zeit gab, nämlich: die Hoffnung verlieren."
Seite 300 "In jedem Leben kam der Tag, an dem man stehenbleiben musste, um, ... , zu kämpfen."

Seite 326 "Denn den Erwachsenen gehört die Gegenwart und das Gestern. Den Kindern aber, ... , gehört die Zukunft dieser Welt." 
(aus ICH GESTEHE ALLES von Johannes Mario Simmel) #zitat










                             



PARADIES NEU ZU VERMIETEN
Seite 52 "Wer mir im Vertrauen eine Geschichte erzählt, darf sicher sein, dass ich sie für mich behalten werde, um sie in meinem nächsten Buch zu verwenden."
Seite 76 "Wozu tratscht man, wenn nicht zum Zweck der Weitergabe?"

KONTROLLVERLUST
Seite 78 "Peter Scholl-Latour wird der Ausspruch zugewiesen: Wer halb Kalkutta aufnimmt, rettet nicht Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta!"
Seite 94 "Merkels Migrationspolitik riskiert die Freiheit der Menschen im Inneren."
Seite 159 "Roosevelt sagte einmal: In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war."


"Die besten Bücher sind die, von denen jeder Leser meint, er hätte sie selbst machen können."
(Blaise Pascal) #zitat

Jeder bewertet Bücher nach seiner Fasson. Was dem einen zusagt, missfällt dem anderen. 

Jene Bücher sind die besten, welche vom Leser begeistert angenommen werden und nachhaltig im Gedächtnis bleiben.

Welche Bücher waren deine Favoriten 2017? Warum konntest du dich für sie begeistern? Gab es eine Lieblingstextstelle, die dir besonders gefiel?



                                                                                                      



























Mittwoch, 20. Dezember 2017

Weihnachten und die ZEIT

Da hasten wir durch das ganze Jahr, finden kaum eine Gelegenheit zum Innehalten und fühlen uns letzten Endes, genau zur Zeit der besinnlichen Stunden, abgehetzt. Bald weihnachtet es wieder, doch die Rastlosigkeit kennt keine Grenzen. Manchmal in finsterer Nacht oder 5 vor 12 erleben wir den Kontrollverlust, boxen uns wieder erfolgreich durch das Leben und zu all dem Getöse der Vorfreude auf Weihnachten gesellt sich die Jagd nach den Geschenken. Halleluja ...

Die Verzweifelten, Lustlosen, Keine-Zeit-Menschen haben genau die abgeschafft. Auch ich bin der Vereinfachung unterlegen und habe Plätzchen, Braten, Geschenke & Co kurzerhand reduziert. Irgendwie ist mir etwas anderes im Leben wichtiger geworden - ZEIT.  Bitte mehr davon!

Genau die in Verbindung mit freudiger Überraschung schafft ebenso glückliche Gesichter.
Die Plätzchenbäckerei haben wir familiär zusammengelegt. Gemeinsames Backen macht sowieso mehr Vergnügen. Keiner werkelt für sich allein. Den Braten genießen wir im Restaurant. So muss niemand stundenlang in der Küche stehen. Wir setzen uns nur an den festlich gedeckten Tisch und haben Zeit zum Plaudern.
Auch müssen keine teuren Geschenke her, keine weite Reise oder aufwändige Veranstaltungen. Es reichen Kleinigkeiten, Hauptsache wir können die wenige Zeit miteinander verbringen.

So freue ich mich auf:
  • einen Spaziergang am Meer, vielleicht unter strahlend blauem Himmel.
  • die allabendliche Weihnachtsbeleuchtung.
  • den Duft von gebackenen Plätzchen.
  • einen gemütlichen Weihnachtsabend im Kreis der Familie.
  • heißen Glühwein oder Feuerzangenbowle.
  • Abende am Kamin.
  • ZEIT zum Schreiben und Lesen. 
                                                                      Das ist alles, was ich mir wünsche.


"Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, 
sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen." 
                                                                              (Seneca) #zitat

Hast du manchmal auch das Gefühl, keine Zeit zu haben? Was tust du dagegen? Worauf freust du dich zu den besinnlichen Tagen? 

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Eine sommerliche Reise an meine Lieblings-Lese-Orte

Unumstritten ist das Lesen Teil meiner Lieblingsbeschäftigungen.
Doch wo liest es sich am besten? In der winterlichen Jahreszeit natürlich in der gemütlichen Leseecke zu Hause. Aber der nächste Sommer kommt bestimmt und lockt mit warmen Sonnenstrahlen wieder nach draußen.

Ich habe im Laufe diesen Jahres einige viel besuchte Orte für mich neu entdeckt. Ganz wunderbare Leseplätze außer Haus, die ich gern und immer wieder aufgesucht habe.

Eine sommerliche Reise an meine Lieblings-Lese-Orte - Silke Boldt




Mein Faible für die Fotografie unbesetzter Bänke spielt dabei keine unerhebliche Rolle.




Eine sommerliche Reise an meine Lieblings-Lese-Orte - Silke Boldt


Am liebsten lese ich an der Ostsee, wenn die Wellen im Hintergrund rauschen und seicht an das Ufer rollen. 
Mit der plätschernden Ruhe schweift der Blick in die Ferne, und der Wind trägt die Träume mit sich davon. Das ist nahezu vollkommenes Glück.

Eine sommerliche Reise an meine Lieblings-Lese-Orte - Silke Boldt


Manchmal ist das Meer weit entfernt.

Eine sommerliche Reise an meine Lieblings-Lese-Orte - Silke Boldt
                         
                     In diesen Momenten reicht auch ein See, die Stille zu genießen :-)

Eine sommerliche Reise an meine Lieblings-Lese-Orte - Silke Boldt

Egal, wo du bist, es braucht keine spektakulären Orte, ein gutes Buch, die Schönheiten der Natur oder die Farben der Jahreszeiten zu genießen. Es sind die alltäglichen Plätze, die uns Betrachter sehen lassen.

Eine sommerliche Reise an meine Lieblings-Lese-Orte - Silke Boldt





Die Idylle all dieser Orte ist ein offenes Geheimnis.

Vielleicht begegnen wir uns im nächsten Sommer an einem dieser Plätze?


Gibt es für dich besondere Orte, die dich einladen zum Lesen und Genießen? Warum? Welcher ist dein Favorit? Hast du einen Tipp für mich?

Ein anderes Mal reise ich mit dir zu jenen Orten im Ausland, an die ich mich besonders gern erinnere.

Dienstag, 21. November 2017

Alle Jahre wieder - Klassentreffen

Ab einer gewissen Zeit geschieht es alle paar Jahre - immer wieder, das Treffen mit den alten Klassenkameraden. Genau ein solches habe ich kürzlich erlebt.

Alle Jahre wieder - Klassentreffen | Blog Silke schreibt

Da hockt man zusammen mit breitem Lächeln, betrachtet die etwas verblassten Bilder, blättert belustigt in Poesiealben, schaut in gelebte Gesichter und erkennt in ihnen die Weggefährten vergangener Tage. Die Leben der Einzelnen schrumpfen zusammen auf wenige Augenblicke der Freude, der Verwunderung, der Ohnmacht oder der traurigen Rührung. Etliche sind nicht gekommen, verhindert im Alltag, durch Familie, Krankheit oder gar den Tod. Manche fahren hunderte Kilometer um das Ereignis mitzuerleben. Einige drücken sich, einige mögen keine Menschenansammlungen. Die Gekommenen vereint neben Neugier ein vertrautes Gefühl.

Wer ist das? Ging er/sie tatsächlich in unsere Klasse? Bist du etwa die/der Zurückhaltende? Nein, dich hätten wir fast nicht wiedererkannt. Wie hast du das bloß gemacht? Die Anwesenden sieht man noch immer mit der Schultüte im Arm, mit der Spange im langen Haar, mit dem verschmitzten Gesichtsausdruck rund um die fröhlich dreinblickenden Augen, die Schulmappe locker auf einer Schulter tragend. Das war doch erst gestern!
Weißt du noch, diese Lehrerin mit dem strengen Blick? Denkst du manchmal zurück an unser Abenteuer auf jener Klassenfahrt? Erinnerst du dich an unseren letzten gemeinsamen Schultag? Unumstritten schwingt bei jedem Klassentreffen eine gehörige Portion Melancholie mit. Gleichgesinnte unter sich vereint ein kleiner gemeinsamer Nenner. Wo ist bloß die Zeit geblieben?

Wieso ist eigentlich im Herbst Hochsaison für Klassentreffen?
Es lohnt sich doch, so ein Jubiläum im Frühjahr/Sommer zu zelebrieren, draußen im Biergarten in lockerer Runde bei angenehmen Temperaturen oder hier an der Ostsee in einer netten Strandbar. Einerseits inspiriert mich die gesellige Runde zwischen den vertrauten Gesichtern, anderseits wirken einzelne Schicksale nachhaltig und regen mich zum Nachdenken an.

"Das Leben kann nur in der Schau nach rückwärts verstanden, aber nur in der Schau nach vorwärts gelebt werden."
Sören Kiekegaard

Was es schön, das Klassentreffen?
Natürlich war es schön, und wir treffen uns wieder. Aber aus zehn Jahren machen wir fünf oder noch weniger, weil die Zeitreise des Lebens immer schneller ihren Tribut fordert und verglüht wie eine Sternschnuppe, die vom Himmel fällt.

Bist du ein Typ für Klassentreffen? Wenn ja, was gefällt dir daran? Triffst du dich mit Gleichgesinnten auch außerhalb der obligatorischen Jahreszahlen? Zu welcher Jahreszeit feiert ihr eure Jubiläen?









Donnerstag, 9. November 2017

Warum der Fall der Berliner Mauer ein Glücksfall für mich war ...

Heute jährt er sich schon wieder, dieser historische Tag, 09. November 1989.
Als junger Mensch habe ich damals die Öffnung der Grenze, den Fall der Mauer, unmittelbar in Berlin miterlebt.

Gerade in der heutigen Zeit, da manch einer dieses Geschichtsereignis infrage stellt und am liebsten die Geschehnisse samt der schrecklichen Umstände zurückdrehen würde, ist es wichtig, sich der Bedeutung der Historie bewusst zu werden.
Den Leuten, die heute noch unsinnige Sätze loslassen, wie - "Die wollten alle nur unser Geld.", "Wir mussten 16 Mio. integrieren.", "Zieht bloß die Mauer wieder hoch, dann bleiben die unter sich.", "Die sind sowieso alle arbeitsscheu." -, kann ich nur einen Besuch in den zahlreichen Stasi-Gedenkstätten unseres Landes empfehlen. Wer die gesehen hat, kann ungefähr nachvollziehen, wie sich die Freiheit in jenen Tagen für Millionen Bürger unseres Landes angefühlt hat. Denn neben all der Freude über das Unvorstellbare und der Neugier schwang ein seltsames Gefühl der Stille mit, welches sich in der Magengegend einnistete, je näher wir der innerdeutschen Grenze kamen. Dazu gesellte sich eine gehörige Portion Angst. Angst vor Übergriffen, Angst vor Gewalt, Angst, nicht mehr nach Hause zurückkehren zu können in dieser Nacht. Immerhin gab es eine Mauer, die noch in 100 Jahren stehen wird. Genau das nämlich hatte Erich Honecker noch kurz davor freudestrahlend verkündet.
Uns war nicht zum Lachen zumute.

Stück der Berliner Mauer - East Side Gallery
Trotz aller Großzügigkeit der damaligen Bundesregierung zierte ich mich, das Begrüßungsgeld in Empfang zu nehmen. Für mich stellten diese 100,- DM einen gehörigen Reichtum dar.
Ich sah mich bereits in Rom, Paris und New York sitzen. Ich wollte reisen, mir Dinge leisten, von denen ich bis dahin nur geträumt hatte und nicht zuletzt wenigstens ein paar von den netten Menschen kennen lernen, die mir das ermöglichten. Alles konnte geschehen, wenn ich den ersten Schritt tat und mich in die Schlange der Wartenden einreihte. Irgendwann tat ich es, nachdem mir Freunde und Kollegen berichteten, wie unkompliziert der ganze Prozess sei. Es war jener Moment in meinem Leben, da ich mich dem Bettler an der nächsten Straßenecke befremdlich verbunden fühlte, und es war der Jubel jener Tage, der schnell dieses dumpfe Gefühl überstrahlte.

Ein halbes Jahr nach dem Fall der Mauer hatte ich mein Land verlassen, jenes Land, welches sich in Auflösung befand. Den Tag der Deutschen Einheit hatte ich bereits in Baden Württemberg erlebt. In den Augen mancher Leute war ich in jenen Tagen ein Wirtschaftsflüchtling. Zum Glück war ich der deutschen Sprache mächtig, hatte eine Ausbildung absolviert, sogar ein anerkanntes Studium vollendet, hatte an meinem neuen Wohnort alle Hebel in Bewegung gesetzt, mich beruflich und privat zurechtzufinden und trotzte dem schmerzhaften Heimweh.
Nach Jahren in der Fremde zog ich später an die Ostsee zurück.

Was bleibt, ist die Historie, das glückliche Gefühl der entstandenen Verbundenheit, der Gedanke an die vielen unvergesslichen Momente mit freundlichen Menschen im Süden und anderen Teilen Deutschlands, denen ich begegnet bin und der Wunsch an manchen Zeitgenossen, die damaligen Geschehnisse nicht mit den heutigen durcheinander zu bringen. Schon seinerzeit haben wir miteinander gelernt, nicht alle Leute in denselben Topf zu werfen, und als vermeintlich arbeitsscheuer Ossi schloss ich mit so manchem BesserWessi ganz wunderbare, innige Freundschaften, was ohne den Fall der Mauer niemals möglich gewesen wäre. Vielleicht sollten wir uns öfter an dieses historische Ereignis erinnern, als nur in diesen Tagen?

Übrigens im November 2014 durchzog Berlin eine beeindruckende Lichtgrenze. Mit einem Gänsehautgefühl bin damals dort entlang spaziert. Was ich seinerseits empfunden habe, könnt ihr hier nachlesen.
Ob noch ganz jung oder etwas älter, um ein historisches Datum herum graben wir eben gern in den persönlichen Erinnerungen.

In welchem Teil Deutschlands hast du den Fall der Mauer erlebt? Kannst du dich noch an diesen Tag erinnern? Verbindest du damit ein besonderes Erlebnis?