Montag, 2. Mai 2016

Nach der Messe ist vor der Messe mit Buchmarketing

Die Leipziger Buchmesse liegt zwar schon ein paar Tage zurück, aber das Durcharbeiten meines Messematerials und der eigenen Aufzeichnungen beanspruchte neben dem Tagesgeschäft einen Großteil meiner Zeit. Eine nicht unerhebliche Hürde stellten meine unleserlichen Mitschriften dar :-).

Ich hatte mir zur LBM16 ein umfangreiches Programm ausgesucht, möchte jedoch nicht auf jeden einzelnen Teil näher eingehen. Das Veröffentlichen mit Kindle & Create Space ist zudem direkt bei amazon nachlesbar. Am meisten beschäftigten mich Fragen zur erfolgreichen Buchvermarktung, dem Weg aus der Unsichtbarkeit sowie Marketingsstrategien für Selfpublisher, wobei mir keine der Ausführungen gänzlich unbekannt war.

Aus der Gesprächsrunde mit Poppy J. Anderson, Hannah Kaiser, Michael Meisheit und Klaus Seibel ergab sich die folgende Erkenntnis: 

Je kleiner die Rubrik, desto größer die Sichtbarkeit deines Buches. (Click-to-Tweet)

Die Frage: Was tue ich bevor ein Buch/E-Book erscheinen soll? beantworteten die Experten für Selbstvermarktung so:
  • Werbung im Internet schalten - hauptsächlich bei Facebook
  • eine eigene Homepage anlegen
  • Portale nach Ratschlägen durchsuchen z. Bsp. Autorennetzwerk, selfpublishing-markt.de
  • kleine Leseproben veröffentlichen, auf FB, der eigenen Homepage oder dem Blog
  • Preisausschreiben veranstalten
  • Verlosungen durchführen, um Leser zu binden z. Bsp. bei der Titelfindung
  • Cover/Titel/Autorenname auf Einheit überprüfen
  • 99designs.de für Covergestaltung nutzen
Was tun nachdem ein Buch erschienen ist?
  • zum einfachen Erstellen eines Newsletter mailchimp.com nutzen
  • Leserunden bei Lovelybooks veranstalten
  • Buchgruppen bei Facebook aktiv nutzen
  • privates FB-Profil von Buchautorenseite trennen
  • Wohnzimmer-/Onlinelesungen durchführen
  • Konkurrenz beobachten
  • vernetzen, vernetzen, vernetzen ...
Nach der Messe ist vor der Messe mit Buchmarketing - Blog Silke Boldt

Ihr merkt schon, neben zwischenmenschlichen Beziehungen von Autor zu Autor und Autor zu Leser muss natürlich das Interesse für das neue Buch geweckt werden. Das geht beispielsweise auch mit einer Schreibwerkstatt zu eurem Buch, in der ihr die Geschichte sowie die Vorgehensweise erzählt. Sämtliche Netzwerke stehen euch zur Verfügung, aber bitte keine ständigen Wiederholungen posten und vor allem nicht laufend Werbung machen für eure Bücher. Das vergrault jeden Leser.

Stattdessen fragt euch lieber, welchen Inhalt ihr verbreiten wollt.
  • Was steht für mich?
  • Wie sehe ich auf diesem oder jenem Bild aus? - falls ihr Persönliches einstellt
  • Was fällt mir leicht?
  • Wofür steht mein Buch?
  • Wer schreibt ähnlich?
  • Wie vernetze ich mich?
  • Wie kann ich meinen Inhalt ansprechend und originell vermitteln?
  • Wie ist der Charakter meines Protagonisten?
  • Welche Fragen möchte ich anderen Autoren stellen?
Nun ja, Fragen über Fragen ... die Liste ließe sich fortführen. 
Weitere Tipps habe ich in den oben abgebildeten Broschüren und Büchern bezüglich Buchmarketing gefunden, wovon ihr bestimmt selbst einige vorrätig habt. Es lohnt sich, hin und wieder dort hineinzusehen und sei es, um bestimmte Details aufzufrischen oder nachzulesen.

Ich wünsche euch jedenfalls viel Spaß dabei und drücke euch ... und mir fest die Daumen für eine erfolgreiche Umsetzung. 














Mittwoch, 9. März 2016

Was ich noch sagen wollte ... Danke


Lieben Dank allen Gratulanten!

Ich habe mich riesig über die zahlreichen Glückwünsche zu meinem Geburtstag gefreut. Mit Sonne im Herzen und Tränen in den Augen danke ich all den lieben Menschen, die an mich gedacht haben. Ich habe einen unvergesslichen Tag erlebt und nehme ein Stück Gelassenheit mit in das neue Lebensjahr. 

Vielleicht ist es mir möglich, von Zeit zu Zeit an Jean Pauls Worte zu denken.

"Man muss einmal eine Zeit ohne Plan erleben, wo man von der Zukunft nichts verlangt als die Fortsetzung der Gegenwart." (Jean Paul) #zitat


Danke!

Freitag, 4. März 2016

Begegnung am Meer


                 
                  Oft bin ich am Meer in diesen Tagen,
                  genieße Wellenrauschen und Möwengeschrei,
                  empfinde das Glück und hab tausend Fragen -
                  und weiß doch, Du kommst nie mehr vorbei.

                  Du bist gegangen, vor sehr langer Zeit,
                  an einen mir unbekannten Ort.
                  Du sagtest damals: Bald ist es soweit.
                  Eh' ich es begriff, warst Du schon fort.

                  Nun stehe ich wieder ganz nah bei Dir,
                  das Wasser liegt mir zu Füßen.
                  Die See ist seicht und glatt - ich frier,
                  doch wollt' ich Dich ganz lieb grüßen.

                  Ich schaue hinaus vom Strand auf's Meer,
                  sieh, es fließen tausend Tränen.
                  Doch ist es ein Glück, so nah bei Dir.
                  Das wollt' ich noch kurz erwähnen.   (Silke Boldt)


              

               

    Tschüss.

Donnerstag, 18. Februar 2016

LBM16 - Der Countdown läuft

Den heutigen Tag habe ich mit Spannung erwartet, denn nun steht das Veranstaltungsprogramm der Leipziger Buchmesse 2016 fest. Ich habe gestöbert und gelesen, ausgewählt und mich (fast) entschieden.

Obwohl die Leipziger Autorenrunde, #lar16, wieder mit interessanten Tischgesprächsrunden lockt, werde ich in diesem Jahr nicht dabei sein können.
Aber auch die anderen Messetage warten mit einem tollen Programm auf mich.
Vom Networking für Autoren geht´s über Wege zur erfolgreichen Buchvermarktung, raus aus der Unsichtbarkeit. Tipps & Tricks für das Coverdesign finde ich genauso spannend wie die Veröffentlichung über Create Space sowie die Pressearbeit für Autoren.
Außerdem will ich unbedingt noch ein paar Fragen an Erfolgsautoren stellen, denn von ihnen zu lernen, kann nur von Vorteil sein.


Vorrangig bin ich in Halle 5 unterwegs, Informationen einzusammeln und Wissen aufzusaugen. An den Ständen von Papyrus Autor, amazon, e-publi, dem Autorenforum und ... und ... und ... ist jede Menge los. Manche Veranstaltungen überschneiden sich. Ich muss noch abwägen, welche für mich besonders relevant sind.

So, jetzt schnell als Fachbesucher registrieren und ein günstiges Bahnticket sichern. Zudem muss ich noch paar organisatorische Dinge regeln.Wir sehen uns in Leipzig.
Vielleicht beim Meet & Greet bei e-publi oder amazon? Halle 5 - nicht vergessen!



Dienstag, 12. Januar 2016

Die Mutige - (M)ein Artikel über Ajla Holst

Suchend blickt sich die Kundin um, fragt nach der Filialleiterin.
„Sie hat Urlaub“, antwortet Ajla bestimmt. „Ich bin die Vertretung. Was kann ich für Sie tun?“ Abschätzend blickt die Frau sie an. Ajla Holst kennt solche Reaktionen. Ein leichter Schatten huscht über ihr Gesicht. Der Körper nimmt eine straffe Haltung ein. In Gedanken errät sie die Frage der Kundin. SIE sind die Stellvertretende Filialleiterin? 
Ajlas dunkle Augen blitzen verschmitzt. Unbeirrt bedient sie freundlich weiter. Viele Kunden betreten täglich das Geschäft.
„Frau Holst“, stürmt ein junger Mann herein, „vielen Dank für Ihre Beratung. Meine Freundin schwärmt von den Dessous.“ Ajla nickt, wie selbstverständlich. Bewegt denkt sie einen Augenblick an die Zeit vor ihrer Wandlung.

Sechzehn Jahre kümmerte sie sich um ihren deutschen Mann, dessen Wünsche, den gemeinsamen Haushalt und die Alltagsprobleme. Sie ertrug seine Launen, Demütigungen und Affären. Er belog sie, trug oft genug den Monatslohn in eine der Spielhallen Berlins. Als er sie schlug und das gemeinsame Kind bedrohte, lief sie mit ihrem kleinen Sohn davon, zu einer Freundin. Jene riet ihr zur Veränderung. Aber eine abgebrochene Lehre, eine gescheiterte Ehe, allein erziehend und kein Einkommen waren unglückliche Voraussetzungen für einen Neubeginn. Zudem belasteten sie das gestörte Verhältnis zu ihren Eltern und die tiefen seelischen Verletzungen. So tappte sie auf steinigem Weg einer unsicheren Zukunft entgegen, begleitet von Angst und Selbstzweifeln. Irgendwann besann sie sich ihrer Fähigkeiten, nutzte ihren starken Willen und die schnelle Auffassungsgabe. Sie sprach perfekt Deutsch, kämpfte mutig gegen Vorurteile. Beherzt fällte sie Entscheidungen für ihre Zukunft.
„Ich bin Türkin“,  so ihr erklärender Satz in jenem Vorstellungsgespräch. „Ja und?“, so die Antwort ihrer heutigen Chefin. Die erkannte ihr Potential, gab ihr eine Chance und spornte sie an, die Ausbildung zu vollenden - abends nach Arbeitsschluss. Es entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis zwischen ihnen. Die Kollegin half ihr bei der Wohnungssuche und stützte sie während der Scheidung. Damals schüttelte Ajla das letzte Relikt ihrer Vergangenheit ab. Seit dem Tag fühlt sie sich endgültig befreit. Als die Vorgesetzte ihr, der fast vierzigjährigen Ajla, die stellvertretende Verantwortung für die Filiale übertrug, verspürte sie tiefen Stolz.

Natürlich könne sie die gewünschte Ware ebenso bestellen. Ajla lächelt. Sicher gleiten ihre Finger über die Tastatur des Computers. Aus den Augenwinkeln bemerkt sie das zufriedene Gesicht der Kundin. Sie könne die Produkte bereits nächste Woche abholen, teilt Ajla der Dame freundlich mit und geleitet sie bis vor die Tür.
Aus dem Schatten einer Vitrine tritt zögernd eine alte Frau hervor - Ajlas Mutter.
Stumm umarmt sie ihre Tochter, die Stellvertretende Filialleiterin, erkennt sie doch in den Augen ihres Kindes erregt jene mutige Neugier, die sie einst trieb, damals vor über dreißig Jahren, als sie ankamen - hier in Berlin.