Montag, 29. April 2019

Warum ich das Buch WÜSTENBLUME für den Schulunterricht empfehle

Der Autorenblogger und Schriftsteller Sven Hensel hatte vor einiger Zeit eine tolle Aktion ins Leben gerufen, #Autorinnenzeit. Deren Aktualität hat nicht abgenommen, im Gegenteil, Autorinnen sollte wesentlich mehr Beachtung im Literaturbereich geschenkt werden.

"Frauen im Literaturbetrieb werden, trotz der vielen Artikel und Fingerzeige auf das Problem, zu oft belächelt, ihr Schreiben „mit Anspruchslosigkeit gleichgesetzt“ (Autorin Zoë Beck in einem Beitrag der Welt), bei Preisverleihungen übergangen, sofern sie überhaupt einmal nominiert/vorgeschlagen werden, und sie haben weiterhin mit einer gläsernen Decke zu kämpfen, die sie daran hindert, zu ihren männlichen Pendants aufzuschließen, sei es in der gesellschaftlichen Wertschätzung oder auch ihrer Stellung im Literaturbetrieb." (Zitat Autor Sven Hensel)

Die Aktion #Autorinnenzeit ist zwar längst ausgelaufen, doch Autorinnen weiterhin in den Focus der sozialen Netzwerke zu rücken, ist auch mein persönliches Anliegen. So nehme ich den Anstoß zur Überlegung auf und weise in loser Folge explizit auf das Buch/die Bücher einer Autorin aus meinem Bücherregal hin.
Die Reihenfolge der Publikationen entsprechen keiner Wertung. Auch verzichte ich auf die Veröffentlichung von Rezensionen. Diese sind in meiner persönlichen Online-Bibliothek abgelegt.

Vor einiger Zeit las ich das Buch Wüstenblume von Waris Dirie


Es gehört zu jenen Werken, die nach dem Lesen der letzten Zeile ein beklommenes Gefühl hinterlassen und Fragen aufwerfen, zuerst die Frage nach dem Warum? Warum ist das grausame Ritual der Genitalverstümmelung in unserem Zeitalter noch möglich? 

Waris Dirie wurde im Alter von fünf Jahren beschnitten, ein Albtraum, den sie nie vergessen hat. Erst nach jahrelangem Schweigen hat sie ihre Geschichte erzählt und die geht zu Herzen.

Was in unserer Gesellschaft unvorstellbar ist, ist in anderen Erdteilen Normalität. Diese Tatsache anzusprechen gehört für mich zur Aufklärung unserer Kinder. In der Schule lernen sie viel über ferne Länder, dem dortigen Klima, den Bodenschätzen, deren Bewohner kennen. In diesem Zusammenhang muss ebenso ein Einblick in die herrschende Kultur und die vorrangigen Sitten gegeben werden, auch wenn diese, wie Dirie in ihrem Buch beschreibt, nicht konform mit unseren Ansichten gehen. 

Jedem dürfte klar sein, dass nur Bildung die heranwachsende Generation aufklärt und eine gebildete, lernwillige Gesellschaft altüberlieferte Praktiken ändern kann. Millionen Menschen sind bis heute Opfer einer Erziehung, in denen die Kultur barbarische Riten als Tradition fortführt. Frauen werden in eine Rolle gedrängt, die weder Vertrauen einflößt noch an Zuneigung anlehnt. Ihr Wissen, dass ihrem Körper die Weiblichkeit genommen wird, deklariert sie zum Besitz eines Mannes und raubt ihnen die Kraft.

Die Wüstenblume ist nur ein Buch und doch transportiert es die eine Botschaft: 


Hört endlich auf mit dem grausamen Ritual der Genitalverstümmelung! (Click-to-Tweet)

Dieses empfehlenswerte Werk hat inhaltlich bis heute nichts an Aktualität eingebüßt und ist deshalb geeignet für den Schulunterricht. Waris Dirie kämpft als UNO-Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmelung. Mitunter scheint es ein Kampf gegen Windmühlen zu sein. Doch nichts ist schlimmer, als die Augen zu verschließen und das Leid von Millionen zu übersehen.

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