Montag, 8. Dezember 2014

Ein Gespräch über Texte

Immer wieder stoße ich bei Recherchen zu einem meiner Projekte auf interessante Beiträge, Artikel oder Interviews.
Lesen Sie einmal in Auszügen das Gespräch Mechthild Bauschs von Lufthansa exclusive mit Michael Krüger, einem Lektor und Verleger und dem heutigen Präsidenten der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

"Sie galten immer als besonders empathischer Verleger ...
Ich habe mich sehr um die Autoren gekümmert, weil ich verstanden habe, dass sie gewissermaßen von der ganzen Kondition her neurotisch veranlagt sein müssen. Sonst würden sie nicht drei Jahre lang hintereinander jeden Tag an einem Roman arbeiten, der von einer bösen Mutter, einem verlorenen Vater, einer trinkenden Schwester und einem inzestuösen Onkel handelt.
Das macht man nur, wenn man vollständig davon überzeugt ist, dass nur dieser eine Text die Welt retten kann. 

"Jeder Autor schreibt immer an seinem letzten Buch, denn es muss schließlich so gut werden, dass es alle anderen Bücher schlägt." (Michael Krüger, Lektor) #zitat
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Wie kann man heute die junge Generation mit Büchern erreichen?
Sehr schwer.
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Sehen Sie ein Ende der guten Literatur in Deutschland?
Nein, das Ende sehe ich nicht. Ich sehe nur, dass die Fähigkeit, einen komplizierten Text zu lesen, immer mehr abnimmt, weil die Leute an kurze Dinge gewöhnt sind ... Wirklich vorhersehbar ist heute gar nichts mehr.
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Was würden Sie denn machen, wenn Sie nur noch fünf Minuten zu leben hätten?
Ich würde in den Himmel gucken. Fünf Minuten lang. Und keinen Text mehr lesen."
(Quelle: Zeitschrift Lufthansa exclusive)

Ich würde fünf Minuten lang ... dem Vorlese-Text meines Sohnes lauschen, um sicher zu gehen, die Liebe zum Lesen vererbt zu haben.

Ein Gespräch über Texte - Blog Silke Boldt

Und was würden Sie tun, wenn Sie nur noch fünf Minuten zu leben hätten?



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