Mittwoch, 10. April 2013

Autorenforum auf der LBM 2013 - noch immer aktuell


Schon längst liegt sie zurück, die Leipziger Buchmesse 2013. Ihre Eindrücke wirken nachhaltig.

Von allen Veranstaltungen, denen ich beiwohnte, beeindruckte mich das Autorenforum am 16.03. am meisten. Das besondere Format der ungezwungenen Tischrunden wurde von vielen Autoren genutzt. Ich lernte einige junge Kollegen kennen. Jung, nicht nur im Sinne des Alters, sondern in der schreibenden Zunft.

In 6 Tischrunden wurde an je 10 Tischen gleichzeitig referiert, vorgetragen oder diskutiert. An manchem Tisch zu bestimmten Themen überwog die Anzahl der Interessierten bei Weitem die Stuhlkapazität. Die reichliche Themenausauswahl und mein eigenes Zeitfenster in Leipzig veranlassten mich, meine Teilnahme genau zu bedenken.
Welches Thema an welchem Tisch interessierte mich wirklich am meisten?
Ich sortierte bereits im Vorfeld zu Hause. In aller Ruhe entschied ich mich für:

  • "Literarische Agenturen: Brauche ich sie? Was leisten Sie?" - Referent war Dr. Harry Olechnowitz. Den Inhaber der Agentur Olechnowitz hatte ich bereits zwei Tage zuvor in der Autorensprechstunde, durchgeführt zusammen mit der Akademie für Autoren, schätzen gelernt.
Literaturagent ja, wenn das eigene Buch für einen breiteren Markt geeignet ist und die Zusammenarbeit mit einem großen Publikumsverlag erwünscht ist. Die meisten großen Verlagshäuser nehmen nur noch Manuskripte an, die vorab von einem erfahrenen Agenten gesiebt wurden. Literaturagent nein, wenn das eigene Buch eher für einen Nischen- und Kleinverlag interessant ist. Die wichtigste Frage eines jeden Autoren - Wohin soll das eigene Buch gehören? Eine ehrliche und realistische Selbsteinschätzung ist dabei unumgänglich.

  • "Einen Verlag mit einem guten Exposé überzeugen" - Referentin war Maria Koettnitz,  Geschäftsführerin der Akademie für Autoren. Ein brisantes Thema - entsprechend voll waren die Plätze in ihrer Tischrunde.
Gleich einmal zuerst - es gibt keine einheitliche Richtlinie für das Exposé, aber es muss zwingend erstklassig sein. Keine leichte Sache. Ich habe es selbst bereits erlebt. Ein guter Autor schreibt noch lange kein erstklassiges Exposé. Ein kurzer Handlungsabriss mit Angabe der Zielgruppe muss ebenso vorhanden sein wie die bibliografischen sowie sachlich gehaltenen biografischen Angaben, möglichst mit Porträtfoto unter Einhaltung der Normseite. Mein eigenes Exposé ruft nach Überarbeitung. Ich werde mich hinsetzen und genau das tun.

  • "Raus aus dem stillen Kämmerlein. Warum Autoren Rampensäue sein müssen oder was Social Media bringt?"- Referent Olaf Kolbrück begeisterte mich durch seine mitreißende Art und den Inhalt seines Vortrages.
Alles ist möglich, um das eigene Buch zu vermarkten. Ideen sind gefragt, Kreativität gefordert, kommunizieren auf allen Ebenen. Auch ein Buchtrailer kann sehr wirkungsvoll Leser anzuziehen. Olaf Kolbrück gab Tipps zur Gestaltung und zum möglichen Inhalt des eigenen Blogs. Alles umzusetzen erfordert Geduld, Geduld, Geduld. Es ist eben ein sehr langer und vor allem steiniger Weg bis zum Erfolg.

  • "Layout und Lektorat - Welche Bedeutung hat die professionelle Buchgestaltung für Self-Publisher?" - Referent waren Dr. Ulrike Bremer, Lektorin bei BOD und Max Hänecke.
Eine Frage, deren Antwort sich fast von selbst erübrigt. Gerade als Self-Publisher müssen Buch und Layout professionell gestaltet sein. Oft ist es eine Frage des Budgets. Nicht jeder kann sich ein teures Lektorat leisten. Nicht jeder kann auf einen Grafiker zurückgreifen. Den richtigen Weg für das eigene Buch auszuloten bedeutet Kraft, Zeit und mitunter Geld zu investieren.


Zu allen Themen notierte ich eifrig, horchte, fragte und konnte gar nicht genug Informationen bekommen. Auch Fragen der anderen Teilnehmer brachten mir nutzbringende Antworten. Ein Geben und Nehmen, ein Austausch auf kollegialer Ebene. Ich habe einige Dinge dazu gelernt. Die Zeit verflog. Manche Tischrunden endeten viel zu schnell. Dann ertönte inmitten der Gespräche der Gong zum Wechsel.
Mitunter war ein so reger Austausch an den Tischen zu verzeichnen, dass der sich in dem erhöhten Lärmpegel widerspiegelte, der einzige Makel der Tischrundengespräche.

Alles in Allem fand ich das Autorenforum überaus interessant, anregend und sehr gelungen. Ich wünsche mir ein weiteres Treffen in dieser Runde auf der LBM 2014. 
Ein herzliches Danke an die Leipziger Buchmesse 2013 und an Leander Wattig.


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